Intergalactic: The Heretic Prophet
Naughty Dogs erste neue IP seit The Last of Us: Bounty-Hunterin auf einem verstummten Planeten.
Naughty Dog (Uncharted, The Last of Us) kündigte ihre erste neue IP seit über einem Jahrzehnt an, und es ist Science-Fiction. Jordan A. Mun, eine Kopfgeldjägerin, strandet auf dem Planeten Sempiria, der vor Jahrhunderten aus dem interstellaren Kommunikationsnetz verschwunden ist. Die Geschichte spielt 2.000 Jahre in der Zukunft, in einer Menschheit, die sich über die Galaxis ausgebreitet hat.
Neil Druckmann (Creative Director von The Last of Us) leitet das Projekt, und der Trailer zeigte eine Mischung aus 70er-Jahre-Retro-SF-Ästhetik und modernem Gameplay. Die Umgebung erinnert an gealterte Technologie, die einmal fortschrittlich war: leere Städte, überwucherte Infrastruktur, und Hinweise auf eine Katastrophe, die den Planeten zum Schweigen brachte.
Naughty Dog hat mit The Last of Us bewiesen, dass sie emotional packende Geschichten erzählen können, die in einer feindlichen Welt spielen. Der Schritt in die Science-Fiction eröffnet neue Möglichkeiten: Alien-Kontakt, technologische Rätsel, die Frage, was eine Zivilisation zum Verstummen bringt. Die japanische Pop-Kultur-Ästhetik des Trailers (Anime-Einflüsse, retro-futuristisches Design) deutet auf eine eigene visuelle Sprache hin.
Wer die Isolation auf einem fremden Planeten in Buchform sucht, liest Solaris (Lem), Annihilation (VanderMeer) oder The Left Hand of Darkness (Le Guin).
Naughty Dog hat mit The Last of Us und Uncharted gezeigt, dass sie lineare Geschichten mit Tiefe erzählen können. Intergalactic ist ihr erster Schritt in ein neues Genre, und die SF-Wahl ist bedeutsam: Anders als Zombie-Apokalypsen oder Schatzsucher-Abenteuer erlaubt Science Fiction Fragen, die keine einfachen Antworten haben. Warum hat ein Planet seine Verbindung gekappt? Was ist auf Sempiria passiert? Diese Fragen haben SF-Qualität, weil sie strukturell offen sind.
Die retro-futuristische Ästhetik, die der Trailer zeigt, erinnert an eine bestimmte Strömung der 1970er Jahre: Moebius, Heavy Metal Magazine, die visuelle Sprache von Jodorowskys unfertigem Dune-Film. Das ist eine bewusste Entscheidung gegen den Hochglanz-Minimalismus moderner SF-Ästhetik. Alte Technologie, die einmal fortschrittlich war und jetzt rostet, erzählt eine Geschichte ohne Worte: Jemand war hier, es hat nicht funktioniert, und die Gründe sind noch unklar.
Jordan A. Mun als Kopfgeldjägerin ist eine Figur, die von Anfang an außerhalb des Systems steht. Sie hat keine Loyalitäten zu einer Regierung oder einem Konzern, sie sucht nach dem, was sie suchen muss, und bekommt dafür bezahlt. Diese moralische Flexibilität gibt dem Spiel Raum für Entscheidungen, die keine eindeutige richtige Antwort haben. Das ist eine Tradition in der SF, die Han Solo ebenso kennt wie Murderbot: Figuren am Rand des Systems zeigen oft die interessanteren Perspektiven.
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Intergalactic: The Heretic Prophet. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/intergalactic/ (abgerufen am 17.06.2026).
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