Verfilmung

Interstellar (2014)

Christopher Nolans Film über Wurmlöcher, Zeitdilatation und die Rettung der Menschheit.

Christopher Nolans Interstellar (2014) ist der ambitionierteste Versuch, relativistische Physik im Blockbuster-Kino ernstzunehmen. Der theoretische Physiker Kip Thorne (Nobelpreis 2017 für den Nachweis von Gravitationswellen) war wissenschaftlicher Berater und Co-Produzent. Die Visualisierung des Schwarzen Lochs Gargantua basiert auf echten Berechnungen der Allgemeinen Relativitätstheorie und war so akkurat, dass sie zu einem wissenschaftlichen Fachartikel führte.

Die Handlung: Die Erde stirbt, die Menschheit muss ein neues Zuhause finden. Cooper (Matthew McConaughey) fliegt durch ein Wurmloch nahe dem Saturn zu drei potenziellen Planeten in einer anderen Galaxie. Der Film macht Zeitdilatation nicht zum abstrakten Konzept, sondern zur emotionalen Katastrophe. Eine Stunde auf dem wasserbedeckten Miller-Planeten nahe dem Schwarzen Loch kostet 23 Jahre auf dem Mutterschiff. Cooper sieht nach seiner Rückkehr Videobotschaften seiner Kinder, die inzwischen erwachsen geworden sind. Diese Szene gehört zu den bewegendsten Momenten der Science-Fiction-Filmgeschichte.

Hans Zimmers Orgel-Score verstärkt das Gefühl kosmischer Erhabenheit. Der Film zitiert Dylan Thomas, zeigt die Einsamkeit interstellarer Reisen und verhandelt die Frage, ob Liebe eine physikalische Kraft sein kann. Die Antwort des Films ist unwissenschaftlich, aber emotional überzeugend. Interstellar bewies, dass Hard SF und Blockbuster-Entertainment keine Gegensätze sein müssen.

Das Tesserakt-Finale hat viele Kritiker gespalten. Wer wollte, sah darin Nolans typisches Rätselkino: verwirrend ohne produktiven Grund. Wer wollte, sah die konsequente Umsetzung einer Idee, die Thorne mitentwickelt hatte: dass ein Wesen in höherdimensionalem Raum in beliebige Zeitpunkte eingreifen kann wie in Regale eines Bücherregals. Der Film wählt Liebe als Träger dieser Verbindung. Das ist keine Physik, aber es ist konsequente Erzähllogik: Was Cooper durch alle Dimensionen zieht, ist seine Tochter. Das funktioniert emotional, auch wenn es wissenschaftlich nicht trägt.

Interstellar hat mit Gravity und Arrival eine Art Hochphase des hard-SF-Kinos eingeläutet, in der Regisseure bewiesen, dass Physik und Gefühl kein Widerspruch sind. Gargantua blieb das realistischste Bild eines Schwarzen Lochs im Mainstreamkino, bis das Event Horizon Telescope 2019 das erste echte Foto eines solchen Objekts veröffentlichte. Das Foto sah dem Bild im Film sehr ähnlich.

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Interstellar (2014). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/interstellar-film/ (abgerufen am 17.06.2026).

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