Star Wars: Knights of the Old Republic
Das RPG das beweist, dass Star Wars mehr kann als Gut gegen Böse.
BioWares Star Wars: Knights of the Old Republic, kurz KOTOR, erschien 2003 und gilt bis heute als eines der besten Rollenspiele aller Zeiten. Es spielt rund viertausend Jahre vor den Filmen, in der Ära der Alten Republik, als zahllose Jedi und Sith die Galaxis prägten. Damit erzählt es eine vollkommen eigenständige Geschichte fernab der bekannten Filmfiguren und mit eigenem Personal, eigenen Konflikten und eigener Mythologie.
Berühmt wurde das Spiel für seine moralische Tiefe und seinen Wendepunkt. Die Entscheidungen der Spielerin verschieben die Figur Stück für Stück entlang der hellen und der dunklen Seite der Macht, und eine legendäre Enthüllung gegen Ende stellt alles zuvor Erlebte auf den Kopf, mit einer Wucht, die oft mit dem berühmten Twist aus Das Imperium schlägt zurück verglichen wird. Die genaue Pointe sei hier nicht verraten.
KOTOR beweist, dass Star Wars als Erzählform weit mehr kann als nur Gut gegen Böse. Es behandelt Verführung, Reue, Identität und die Frage, ob die eigene Herkunft das Schicksal bestimmt. Damit ebnete es den Weg für anspruchsvollere Star-Wars-Geschichten in Spielen wie in Büchern.
Wer KOTOR liebt, liest danach die Romane, die dieselbe moralische Grauzone ausloten. Drew Karpyshyns Darth-Bane-Trilogie erzählt den Aufstieg eines einzelnen Sith und die Geburt der Regel der Zwei, Timothy Zahns Thrawn-Romane zeichnen einen brillanten, kühl kalkulierenden Strategen, und die klassische Comicreihe Tales of the Jedi spielt in genau jener fernen Epoche der Alten Republik, die das Spiel so faszinierend macht.
KOTOR II (2004, Obsidian Entertainment) ist in vieler Hinsicht das tiefgründigere Spiel. BioWare übergab die Entwicklung nach dem ersten Teil, und Obsidian, bekannt für narrative Risikobereitschaft, schrieb eine Geschichte, die das Star-Wars-Universum auf eine Weise dekonstruierte, die bis heute ungewöhnlich ist. Die Frage, ob die Macht selbst eine Bedrohung für das Leben ist und ob das Universum ohne Jedi und Sith besser wäre, ist kein typischer Star-Wars-Gedanke. KOTOR II ist das SF-Äquivalent eines Sequels, das sein Universum mit Misstrauen betrachtet.
BioWares Design von 2003 folgte einem Entscheidungs-Moralitätssystem, das hell versus dunkel binär modellierte. Das war für 2003 ein Schritt vorwärts, aber auch eine Vereinfachung. Spätere Spiele wie Mass Effect (BioWare, 2007) und Dragon Age verfeinerten dieses System, indem sie Konsequenzen von Entscheidungen von der Moralitätsbewertung trennten. KOTOR legte den Grundstein für diesen gesamten Designzweig.
Der angekündigte KOTOR-Remake (Aspyr/Saber Interactive) hat eine turbulente Entwicklung hinter sich und stand zuletzt auf ungewissem Stand. Ob und wann es erscheint, ist 2026 noch offen. Das Original ist auf PC und mobilen Plattformen weiterhin erhältlich und hält was es verspricht.
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Star Wars: Knights of the Old Republic. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/kotor/ (abgerufen am 17.06.2026).
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