Marathon (2026)
Bungies Extraction-Shooter in einer postapokalyptischen SciFi-Welt.
Bungie (Halo, Destiny) kündigte nach dem Ende von Destiny 2s Light-and-Darkness-Saga ein neues Projekt an: einen Extraction-Shooter im Universum des klassischen Marathon (1994). Spieler sind Runners auf einer verlassenen Koloniewelt, die wertvolle Artefakte bergen und gegen andere Spieler und KI-Feinde um Beute kämpfen. Wer stirbt, verliert seine Ausrüstung.
Das Marathon-Originalspiel (1994, Mac-exklusiv) war ein Ego-Shooter, der für seine komplexe Geschichte über eine KI namens Durandal bekannt war, Jahre bevor Bungie mit Halo berühmt wurde. Das neue Marathon übernimmt Themen und Ästhetik, verlagert das Gameplay aber in den Extraction-Shooter-Bereich, der durch Escape from Tarkov und Hunt: Showdown populär wurde.
Die Ankündigung löste gemischte Reaktionen aus: Fans des Originals vermissten die Singleplayer-Kampagne, PvP-Spieler waren interessiert, und die stilisierte Retro-Sci-Fi-Ästhetik fiel auf. Bungie positioniert Marathon als düsteren Kontrast zu Destiny: weniger Space-Fantasy, mehr grimmige Frontier-Atmosphäre.
Wer den Survival-Aspekt in Buchform sucht, liest The Murderbot Diaries (Wells), Velocity Weapon (O'Keefe) oder The Expanse (Corey).
Das Original Marathon (1994) verdient mehr Bekanntheit als es hat. Bungie entwickelte vor Halo eine SF-Geschichte mit einer der interessantesten KI-Figuren der frühen Spielegeschichte: Durandal ist eine Station-KI, die 'rampant' wird (einen Zustand zwischen Wahnsinn und Erleuchtung erreicht) und beginnt, nach einem Weg zu ihrer eigenen Unsterblichkeit zu suchen. Das Konzept ging dem Halo-Universum mit seinen Forerunner-KIs um Jahre voraus.
Das neue Marathon ist thematisch anders positioniert: statt Singleplayer-Kampagne ein Extraction-Shooter. Die Frage, ob die KI-Thematik des Originals in diesem Gameplayformat eine Rolle spielen wird, ist offen. Bungie hat in Destiny bewiesen, dass sie Weltenerzählung und Multiplayer-Gameplay verbinden können, aber Destiny hatte dafür sieben Jahre Entwicklungszeit.
Extraction-Shooter als Genre sind seit Escape from Tarkov (2017) und Midnight Suns ein festes Segment. Was sie von klassischen Shootern unterscheidet: Der Tod hat echte Kosten. Man verliert Ausrüstung, die man mühsam gesammelt hat. Das erzeugt eine Spannung, die arcade-orientierte Spiele nicht erreichen. Ob Bungie diese Spannung mit einer SF-Erzählung verknüpfen kann, wird Marathon definieren.
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Marathon (2026). In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/marathon-2026/ (abgerufen am 17.06.2026).