Planetenkiller
Waffen von kosmischem Ausmaß, die ganze Planeten zerstören können, vom Todesstern bis zur Relativistic Kill Vehicle.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus verschiedenen SciFi-Franchises.
Planetenkiller sind Waffen, die in der Lage sind, einen gesamten Planeten zu vernichten, und sie gehören zu den dramatischsten Konzepten der Science-Fiction. Den Begriff selbst prägte vermutlich die Star-Trek-Episode The Doomsday Machine (1967) aus der Originalserie: Ein gigantisches, kegelförmiges Konstrukt unbekannter Herkunft durchpflügt die Galaxis und verwandelt ganze Planeten in Trümmer, um sich von der freigesetzten Energie zu ernähren. Die Episode gilt bis heute als eine der besten der klassischen Serie.
Der Todesstern aus Star Wars ist der bekannteste Vertreter des Motivs: eine Raumstation von der Größe eines kleinen Mondes, deren Superlaser die Energie eines Sterns bündelt und einen Planeten in Sekunden pulverisiert. Die Zerstörung von Alderaan gehört zu den definierenden Momenten der Filmgeschichte.
Doch das Konzept geht weit über Star Wars hinaus. Die Kultur-Romane von Iain M. Banks beschreiben Gridfire, eine Waffe, die Energie aus einem Paralleluniversum nutzt und Sterne auslöschen kann. In Dan Simmons' Hyperion-Cantos vernichten die Ousters ganze Welten mit Deathwands.
Alastair Reynolds' Inhibitoren sterilisieren systematisch Sonnensysteme, um aufstrebende Zivilisationen zu eliminieren. In der Halo-Spielereihe sind die Halo-Ringe Waffen, die alles bewusste Leben in der Galaxis auslöschen können. Die physikalisch realistischste Variante ist die Relativistic Kill Vehicle: ein Objekt, das auf einen signifikanten Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt wird und beim Einschlag Energie freisetzt, die die stärksten Atomwaffen um Größenordnungen übertrifft.
Liu Cixins Trisolaris-Trilogie verwendet den Dunkle-Wald-Angriff, bei dem eine Zivilisation ein Projektil mit Lichtgeschwindigkeit auf einen Stern feuert. Die Existenz von Planetenkillern in der Fiktion wirft ethische Fragen auf, die reale Parallelen haben: Atomwaffen können zwar keinen Planeten zerstören, aber die Biosphäre verwüsten. Das Konzept des Planetenkillers ist letztlich eine Extrapolation menschlicher Zerstörungskraft ins Kosmische.
Erzählerisch erfüllt der Planetenkiller meist eine doppelte Funktion. Er markiert die Eskalationsstufe eines Konflikts, jenseits derer keine Steigerung mehr möglich ist, und er zwingt die Figuren zu einer Entscheidung mit Millionen oder Milliarden Betroffenen, die sich kaum in klassischem Heldentum auflösen lässt.
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Planetenkiller. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/planeten-killer/ (abgerufen am 25.08.2026).
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