Technologie

Replikator

Maschine, die jeden Gegenstand aus Rohmaterial herstellen kann.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus Star Trek.

Der Replikator aus Star Trek erzeugt Nahrung, Kleidung und Gegenstände, indem er Materie auf atomarer Ebene aus gespeicherten Mustern zusammensetzt, meist aus recyceltem Rohmaterial oder reiner Energie. Ein gesprochener Befehl genügt, und das gewünschte Objekt erscheint in der Nische. Die Technik ist eng mit dem Transporter verwandt, der Materie ebenfalls in Energie umwandelt und an anderer Stelle neu zusammensetzt.

Seine eigentliche Sprengkraft entfaltet der Replikator in der Wirtschaft. Wenn sich jedes materielle Gut auf Knopfdruck herstellen lässt, verlieren Geld und materieller Mangel ihren Sinn. Genau darauf beruht die Postknappheitsgesellschaft der Föderation, in der die Menschen nicht mehr für den Lebensunterhalt arbeiten, sondern für Forschung, Kunst und die eigene Entwicklung. Die Science-Fiction stellt damit eine ihrer großen Fragen: Was treibt Menschen an, wenn der Mangel verschwindet? Damit das Drama nicht erstickt, baut Star Trek bewusst Grenzen ein, etwa Güter, die sich nicht replizieren lassen.

In der realen Welt sind 3D-Drucker die nächste Annäherung. Sie bauen Objekte Schicht für Schicht aus Kunststoff, Metall oder sogar lebenden Zellen auf, was im Bioprinting bis zu Gewebe reicht. Das spekulative Fernziel ist die molekulare Nanotechnologie mit Assemblern, die Materie Atom für Atom anordnen, eine Idee, die der Forscher Eric Drexler bekannt machte. Von einer freien Replikation beliebiger Materie sind wir weit entfernt, doch die Richtung ist real und macht den Replikator zu einem der folgenreichsten Gedankenexperimente des Genres.

Die Nahrungsreplikation ist das wichtigste politische Argument. Wenn jede Mahlzeit auf Knopfdruck entsteht, verschwindet Hunger als Waffe und als Armutsmerkmal. Star Trek zieht die Konsequenz radikal: Die Föderations-Ökonomie basiert auf einer Knappheit, die nicht mehr existiert. Menschen arbeiten für Selbstverwirklichung, nicht für Lohn. Das ist nicht naiv, sondern mutig, weil es die tiefste Konsequenz der Technologie wirklich durchdenkt.

Für 3D-Drucker gilt dasselbe Prinzip im Kleinen. Ein Drucker, der Ersatzteile produziert, ist eine Replikator-Approximation für die Fabrikhalle. Fabriken im All, auf Raumstationen oder Mondbasen müssen nicht mehr jedes Teil von der Erde importieren, wenn sie die Rohmaterialien vor Ort haben und einen guten Drucker. Das ist keine Science-Fiction mehr, Raumstations-Crews drucken bereits einfache Werkzeuge im Orbit. Der Schritt zum Lebensmitteldruck ist länger, aber 3D-gedruckte Schokolade und Pasta existieren bereits als prototypische Produkte.

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Replikator. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/replikator/ (abgerufen am 17.06.2026).