Sarah Connor
Aus einer Kellnerin wird die Kriegerin, die die Zukunft der Menschheit beschützt.
Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus der Terminator-Reihe.
Sarah Connor beginnt ihre Geschichte 1984 als Kellnerin in Los Angeles, die von einem aus der Zukunft geschickten Killerroboter gejagt wird. Im ersten Terminator-Film (1984, Regie: James Cameron) ist sie ein Opfer, das beschützt werden muss. Kyle Reese, ein Soldat aus dem Jahr 2029, reist in die Vergangenheit, um sie zu retten, weil ihr ungeborener Sohn John Connor eines Tages den menschlichen Widerstand gegen die Maschinen anführen wird.
Die Transformation, die Sarah zwischen dem ersten und zweiten Film durchmacht, gehört zu den radikalsten Charakterentwicklungen der Filmgeschichte. In Terminator 2: Judgment Day (1991) ist sie eine durchtrainierte, kampferprobte Überlebenskünstlerin, die aus einer psychiatrischen Anstalt ausbricht und bereit ist, einen Informatiker zu ermorden, um die Entstehung von Skynet zu verhindern. Linda Hamilton trainierte monatelang mit einem israelischen Militärausbilder für die Rolle.
Sarah Connor verkörpert ein Paradox der Zeitreise-SF: Sie wird zur Kriegerin, weil sie weiß, was kommt, aber genau dieses Wissen verändert die Zukunft. In Terminator: Dark Fate (2019) kehrte Hamilton nach 28 Jahren in die Rolle zurück, diesmal als gealterte Veteranin, die immer noch Terminatoren jagt.
Als Figur steht Sarah Connor für eine Verschiebung im Action-Kino der späten 1980er und frühen 1990er. Vor ihr waren weibliche Actionheldinnen selten und oft sexualisiert. Sarah Connor und Ellen Ripley (Alien) definierten gemeinsam einen neuen Archetyp: Frauen, deren Stärke aus Trauma, Mutterinstinkt und schierem Überlebenswillen entsteht, nicht aus Übernatürlichem.
Gerade in Verbindung mit dem Zeitreise-Motiv wird Sarah Connor zu einer ungewöhnlich tragischen Heldin. Sie kämpft ein Leben lang gegen eine Zukunft, die sie nur aus den Erzählungen eines Mannes aus dem Jahr 2029 kennt, und opfert dafür jede Normalität. Ihr Wissen macht sie stark und einsam zugleich, denn niemand sonst glaubt ihr, was kommen wird. Damit verkörpert sie die bittere Seite der Prophezeiung: die Last, eine Katastrophe vorauszusehen und doch nie sicher zu wissen, ob das eigene Handeln sie verhindert oder sie erst heraufbeschwört.
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Sarah Connor. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/sarah-connor/ (abgerufen am 06.06.2026).
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