Technologie

Small Modular Reactor

Kompakte Kernreaktoren mit weniger als 300 Megawatt Leistung, die in Fabriken vorgefertigt und modular eingesetzt werden können.

Small Modular Reactors (SMR) sind Kernreaktoren, die klein genug sind, um in Fabriken gebaut und per LKW oder Schiff zum Einsatzort transportiert zu werden. Statt riesiger Einzelanlagen mit 1.000+ Megawatt Leistung produzieren SMRs zwischen 10 und 300 Megawatt und können bei steigendem Bedarf modular erweitert werden.

Die Motivation ist klar: Konventionelle Kernkraftwerke kosten Milliarden, brauchen ein Jahrzehnt Bauzeit und sind politisch schwer durchzusetzen. SMRs versprechen niedrigere Investitionskosten, kürzere Bauzeiten und passive Sicherheitssysteme, die bei einem Ausfall automatisch abschalten. NuScale Power hat 2023 die erste Design-Zertifizierung der US-Behörde NRC erhalten, allerdings wurde das erste geplante Projekt in Idaho 2023 aus Kostengründen eingestellt. Rolls-Royce baut in Großbritannien eine SMR-Fabrik, China hat den HTR-PM (Hochtemperaturreaktor) am Netz.

Für Science-Fiction sind SMRs relevant als Energiequelle für abgelegene Kolonien, Raumstationen oder Mondbasen. Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie beschreibt kompakte Reaktoren, die die ersten Mars-Siedlungen mit Strom versorgen. In der Realität sehen NASA und ESA kleine Spaltreaktoren als Schlüsseltechnologie für die Mondbesiedlung.

Gerade die kleinen, modularen Reaktoren versprechen, die Kernenergie aus der Logik der gigantischen Einzelanlage zu befreien. Statt milliardenschwerer Großbaustellen mit jahrzehntelanger Bauzeit sollen sie wie Industrieprodukte gefertigt und an den Ort des Bedarfs gebracht werden. Ob sich das wirtschaftlich trägt, ist noch offen, wie das eingestellte Projekt in Idaho zeigt. Für die Science-Fiction sind solche kompakten Reaktoren jedoch die naheliegende Energiequelle abgelegener Kolonien, und tatsächlich sehen NASA und ESA kleine Spaltreaktoren als Schlüssel für eine dauerhafte Basis auf dem Mond.