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The Stars My Destination

Alfred Besters Roman macht aus dem Rachemotiv von Der Graf von Monte Christo eine explosive Zukunftsvision über Teleportation, Macht und Selbstverwandlung.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails zu The Stars My Destination.

Alfred Besters The Stars My Destination erschien 1956 in Großbritannien unter dem Titel Tiger! Tiger! und 1957 in den USA in überarbeiteter Form. Der Roman gehört zu den einflussreichsten Science-Fiction-Werken der 1950er Jahre. Er nimmt die Struktur von Alexandre Dumas' Der Graf von Monte Christo auf und versetzt sie in eine Zukunft, in der Menschen durch mentale Kraft teleportieren können. Diese Fähigkeit, im Roman Jaunting genannt, verändert Gesellschaft, Krieg, Sicherheit, Klassenordnung und Verbrechen.

Die Hauptfigur Gully Foyle ist zu Beginn ein ungebildeter, brutaler, vernachlässigter Mann, der nach einem Schiffsunglück im All zurückgelassen wird. Als ein vorbeifliegendes Schiff ihn nicht rettet, wird Rache zu seinem einzigen Lebenszweck. Aus dieser einfachen Motivation entsteht eine Geschichte der Selbstformung. Foyle lernt, manipuliert, überlebt, wird gefährlicher und bewegt sich durch eine Gesellschaft, die selbst von Gewalt, Eliten und geheimen Interessen geprägt ist.

Der Roman ist berühmt für seine Energie. Bester schreibt schnell, visuell und stilistisch experimentierfreudig. Besonders auffällig sind Passagen, die Synästhesie, typografische Effekte und veränderte Wahrnehmung in die Form des Textes einbauen. The Stars My Destination wirkt dadurch wie ein Vorläufer späterer Cyberpunk-Ästhetik, obwohl der Roman Jahrzehnte vor Neuromancer erschien. Die Zukunft ist hier schmutzig, grell, sozial aggressiv und psychologisch überhitzt.

Aus heutiger Sicht ist Gully Foyle eine schwierige Figur. Seine Gewalt, sein Frauenbild und seine Brutalität machen den Roman nicht bequem. Gerade deshalb sollte der Text nicht als einfache Heldengeschichte gelesen werden. Foyle ist eine explosive Kraft, ein Mensch, der durch Schmerz, Rache und Macht verändert wird. Die Science-Fiction-Idee der Teleportation dient Bester dazu, eine ganze Gesellschaft umzubauen und zugleich zu fragen, ob Entwicklung ohne moralische Reifung überhaupt Fortschritt ist. Das berühmte Finale öffnet den Roman ins Mythische: Foyle wird zur gefährlichen Möglichkeit, dass der Mensch sich selbst überschreitet, bevor er gelernt hat, mit dieser Überschreitung verantwortlich umzugehen.

The Stars My Destination ist außerdem ein wichtiger Begriffsknoten für Proto-Cyberpunk. Die Welt des Romans besteht aus Konzernen, veränderten Körpern, Sicherheitsregimen, psychischer Technik und sozialer Brutalität. Bester liefert keine Cyberpunk-Oberfläche im späteren Sinn, aber viele seiner Energien sind schon da: Beschleunigung, Stilbruch, Körper als Waffe, Identität als Kampf. Deshalb lässt sich der Roman gut neben Beamen, Cyberpunk und Transhumanismus verorten, ohne auf eine einzige Schublade reduziert zu werden.

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The Stars My Destination. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/the-stars-my-destination/ (abgerufen am 06.06.2026).