Tor Books
Größter englischsprachiger SF/Fantasy-Verlag.
Tor Books wurde 1980 von Tom Doherty in New York gegründet und gehört zur Macmillan-Verlagsgruppe. Im englischsprachigen SF/Fantasy-Markt nimmt Tor eine Stellung ein, die kein anderer Verlag erreicht: Jahrzehnte lang hat der Verlag die Hugo-Nominierungen und -Gewinnerlisten dominiert, oft mit mehreren Titeln gleichzeitig auf der Shortlist.
Die Autorenliste liest sich wie ein Who's Who der modernen SF und Fantasy: Brandon Sanderson (Cosmere-Universum, Stormlight Archive), John Scalzi (Old Man's War, Interdependency), Robert Jordan und Brandon Sanderson (The Wheel of Time), Cixin Liu (Three-Body Problem in englischer Übersetzung), V.E. Schwab und Charlie Jane Anders. Sandersons Kickstarter-Kampagne 2022 für vier geheime Romane brachte 41 Millionen Dollar ein, den höchsten Betrag, den ein Buchprojekt je auf der Plattform erreicht hat.
Tor.com Publishing, ein Novellen-Imprint, hat seit seiner Gründung 2014 das Novellen-Format in der SF revitalisiert. Martha Wells' Murderbot-Diaries begannen dort als Novellenreihe und wurden zu einem der größten SF-Phänomene der letzten Jahre. Nnedi Okofor, Seanan McGuire und P. Djèlí Clark veröffentlichen ebenfalls bei Tor.com.
Die begleitende Website Tor.com ist das größte englischsprachige Online-Magazin für SF-Rezensionen, Essays und Kurzgeschichten. Doherty selbst wurde für sein Lebenswerk in der SF mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet.
Was Tor im englischsprachigen Markt von anderen großen Verlagen unterscheidet, ist die Kombination aus Marktmacht und kuratorischem Anspruch. Bei vielen Häusern geht eines auf Kosten des anderen. Tor hat beides. Die Hugo-Dominanz ist kein Zufall, sie ergibt sich aus dem konsequenten Aufbau von Karrieren, die über Einzeltitel hinausgehen. Scalzis Old Man's War begann 2005, die Reihe läuft noch immer. Sandersons Cosmere umfasst mittlerweile über zwanzig Bücher und wird Jahrzehnte weiter wachsen.
Tor.com Publishing hat das Novellen-Format rehabilitiert. In einer Branche, die lange ausschließlich auf Trilogien und Serien setzte, hat das Novellen-Imprint gezeigt, dass es Raum für kürzere Werke gibt, wenn sie gut sind. Martha Wells' Murderbot-Reihe, die als Novellen begann und erst später zu Romanen wurde, ist dafür das klarste Beispiel: kritischer Erfolg, kommerzielle Zahlen, mehrere Hugo Awards.
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Tor Books. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/tor-books/ (abgerufen am 17.06.2026).