Was ist Star Trek?
Stell dir eine Zukunft vor, in der die Menschheit ihre größten Probleme gelöst hat. Hunger ist überwunden, Arbeit dient nicht mehr dem Geldverdienen, und die Technik reicht aus, um die großen Fragen des Universums tatsächlich anzugehen. Was macht man dann mit seinem Leben? Genau davon erzählt Star Trek seit 1966.
Was man in diesem Universum alles machen kann
Star Trek ist ein Universum mit fünf Türen, und hinter jeder davon steckt ein ganzes Hobby:
Keine Tür setzt eine andere voraus, du kannst überall anfangen. Und jetzt zum Universum selbst.
Wann und wo: Vom 22. bis ins 32. Jahrhundert
Star Trek spielt in unserer eigenen Zukunft, in der Milchstraße, und deckt inzwischen mehr als tausend Jahre fiktive Geschichte ab. Diese Zeitachse ordnet Serien und Kinofilme gemeinsam ein. Sie erklärt auch, warum man nicht chronologisch schauen muss: Jede Ära hat ihren eigenen Ton.
- 2063 Erster Kontakt: Der erste Warp-Flug der Menschheit und die Begegnung mit den Vulkaniern, erzählt im achten Kinofilm.
- 2151 Enterprise (NX-01): die ersten Gehversuche der Menschheit jenseits des Sonnensystems.
- 2161 Gründung der Föderation durch Menschen, Vulkanier, Andorianer und Tellariten.
- 2233 Ein Zeitreisender aus der Zukunft spaltet im elften Kinofilm die Kelvin-Zeitlinie ab, in der die drei jüngsten Filme spielen.
- 2256 Discovery Staffel 1 und 2, kurz vor der Zeit der Originalserie.
- 2258 Star Trek (2009), Into Darkness (2259) und Beyond (2263): die Kelvin-Filme mit junger Besetzung.
- 2259 Strange New Worlds: Captain Pike auf der Enterprise, direkt vor Kirks Ära.
- 2265 Die Originalserie: Kirk, Spock und McCoy auf Fünf-Jahres-Mission.
- 2273 Der Film: die erste Kinoreise der Originalcrew.
- 2285 Der Zorn des Khan und Auf der Suche nach Mr. Spock, die stärksten Filme der Kirk-Ära.
- 2286 Zurück in die Gegenwart: Die Crew reist ins Jahr 1986, um Buckelwale zu retten.
- 2293 Das unentdeckte Land beendet die Kirk-Ära, Treffen der Generationen verbindet sie mit Picard.
- 2364 The Next Generation: Picard und die Enterprise-D, ein Jahrhundert später.
- 2369 Deep Space Nine: eine Raumstation am Wurmloch, der große Krieg gegen das Dominion.
- 2371 Voyager: ein Schiff, 70.000 Lichtjahre von zu Hause entfernt.
- 2373 Der erste Kontakt: Picard gegen die Borg, mit dem Sprung ins Jahr 2063.
- 2375 Der Aufstand, gefolgt von Nemesis (2379): die letzten beiden Kinofilme der TNG-Crew.
- 2380 Lower Decks und Prodigy: die animierten Serien im Schatten der großen Schiffe.
- 2399 Picard: der Admiral im Ruhestand, die Föderation ist müde geworden.
- 3188 Discovery ab Staffel 3 und Starfleet Academy: ein Sprung ins 32. Jahrhundert, in eine zerbrochene Föderation.
Serie Kinofilm Ereignis. Alle Filme sortiert und mit Bild stehen unter TV und Kino.
Föderation, Sternenflotte, Erste Direktive
Die drei Begriffe, ohne die nichts funktioniert. Die Vereinigte Föderation der Planeten entstand 2161, nachdem Menschen, Vulkanier, Andorianer und Tellariten einen Krieg gegen die Romulaner überstanden hatten. Sie ist ein freiwilliger Zusammenschluss souveräner Welten: Wer beitreten will, bewirbt sich, wer austreten will, geht. Mehr dazu im Lexikon unter Föderation.
Die Sternenflotte ist ihr Arm nach außen: Forschungsorganisation, diplomatischer Dienst und Verteidigung in einem. Ihre Schiffe tragen Wissenschaftslabore und Waffen, und in den besten Geschichten entscheidet sich, welches von beidem zuerst zum Einsatz kommt.
Die Erste Direktive ist die härteste Regel dieser Zukunft: keine Einmischung in Zivilisationen, die noch keinen Warp-Antrieb entwickelt haben. Untersagt sind Kontaktaufnahme, Technologieweitergabe und Rettung, selbst wenn die Sternenflotte helfen könnte. Erstmals erwähnt wurde sie 1966, ihr vollständiger Wortlaut aber erst 2021 in der Animationsserie Prodigy gezeigt. Sie ist gedacht als Lehre aus dem Kolonialismus und erzeugt bis heute die schwersten moralischen Konflikte der Serien. Ihr technisches Gegenstück, den Warp-Antrieb, erklärt das Lexikon im Detail.
Die Völker, die man kennen sollte
Man braucht keine Enzyklopädie, um mitzukommen. Diese sechs tauchen ständig auf:
Warum es seit 60 Jahren funktioniert
Es liegt weniger an den Raumschiffen. Star Trek zeigt eine Gesellschaft, die ihre eigenen Probleme weitgehend gelöst hat, und erzählt dann davon, was Menschen tun, wenn dieser Druck wegfällt. Die Technik ist so weit, dass die großen Fragen des Universums tatsächlich angegangen werden können. Hunger, Armut und der tägliche Kampf um den eigenen Platz spielen an Bord keine Rolle mehr. Was bleibt, ist die Frage, was man mit dieser Freiheit anfängt.
Die wirtschaftliche Grundlage dafür wird in den Serien offen ausgesprochen. Als Picard im achten Kinofilm einer Frau aus dem 21. Jahrhundert erklären muss, wie seine Welt funktioniert, sagt er: Die Ökonomie der Zukunft ist etwas anders. Geld existiert im 24. Jahrhundert nicht mehr. Der Erwerb von Reichtum ist nicht länger die treibende Kraft in unserem Leben. Und schon in einer frühen Folge von The Next Generation formuliert er, was an dessen Stelle getreten ist: Die Menschen seien nicht länger vom Anhäufen von Dingen besessen, Hunger und Not seien beseitigt.
An die Stelle von Besitz tritt etwas anderes: Leistung, gemessen an dem, was jemand leisten kann. Wer auf der Enterprise dient, ist dort, weil er gut in seinem Fach ist und besser werden will. Aufstieg gibt es über Können und Haltung, nicht über Herkunft oder Vermögen. Genau deshalb wirken die Figuren so ungewöhnlich entspannt: Sie müssen sich nichts beweisen, was mit Status zu tun hat, und können sich stattdessen mit dem beschäftigen, was tatsächlich vor ihnen liegt, etwa mit einem Nebel, einem fremden Volk oder einer Entscheidung, die niemand gern trifft.
Zur Ehrlichkeit gehört, dass das Universum diese Idee auch selbst hinterfragt. Deep Space Nine stellt der Föderation mit den Ferengi eine Gesellschaft gegenüber, in der alles einen Preis hat, und lässt Latinum als Währung an einer Station zirkulieren, an der auch Sternenflotten-Offiziere sitzen. Selbst der langjährige Autor Ronald D. Moore nannte die strikte Geldlosigkeit rückblickend übertrieben. Der Reiz liegt gerade darin: Star Trek behauptet keine perfekte Welt, es behauptet eine funktionierende.
Dazu kommt, was diese Prämisse dem Fernsehen erlaubte. Weil die Konflikte nicht mehr aus Geldnot entstehen, ließen sich gesellschaftliche Fragen als Weltraumgeschichte erzählen und an der Zensur vorbeischmuggeln. Wie weit das reichte, zeigt eine Szene vom 22. November 1968. In der Folge Platons Stiefkinder küssten sich Captain Kirk und Lieutenant Uhura, gespielt von William Shatner und Nichelle Nichols, ein Jahr nach dem Urteil, das Ehen zwischen Schwarzen und Weißen in allen US-Bundesstaaten legalisierte. Es war nicht der allererste solche Kuss im US-Fernsehen, aber der folgenreichste: Laut Nichols brachte keine andere Episode so viel Zuschauerpost. Deep Space Nine erzählte in den Neunzigern die Besetzung eines ganzen Planeten samt Vertreibung und Widerstand, und der vierte Kinofilm schickte 1986 die komplette Crew zurück ins 20. Jahrhundert, um Buckelwale vor dem Aussterben zu retten.
Und manchmal wirkte es zurück in die Wirklichkeit. Als die NASA 1976 ihren ersten Space-Shuttle-Prototypen taufen wollte, war der Name Constitution vorgesehen. Eine Briefkampagne von Star-Trek-Fans änderte das: Der Prototyp rollte am 17. September 1976 als Enterprise aus der Halle, Gene Roddenberry und ein Großteil der Originalbesetzung standen dabei.


Drei Tore ins Universum: die Liebesgeschichte hinter TNG (Imzadi), der literarischste aller Trek-Romane (Ein Stich zur rechten Zeit) und das große Borg-Finale (Destiny).
Häufige Fragen zu Star Trek
Was ist Star Trek in einem Satz?
Eine optimistische Science-Fiction-Zukunft, in der die Menschheit Armut und Krieg auf der Erde überwunden hat und gemeinsam mit anderen Völkern in der Föderation die Galaxis erforscht, erzählt seit 1966 in Serien, Kinofilmen und über 850 Romanen.
Wann und wo spielt Star Trek?
Die Serien decken das 22. bis 32. Jahrhundert ab. Enterprise spielt ab 2151, die Originalserie ab 2265, The Next Generation ab 2364, Deep Space Nine und Voyager in den 2370ern, Picard um 2400, und Discovery springt ab Staffel 3 ins 32. Jahrhundert. Schauplatz ist die Milchstraße, überwiegend der Alpha- und Beta-Quadrant.
Was ist die Föderation?
Die Vereinigte Föderation der Planeten wurde 2161 von Menschen, Vulkaniern, Andorianern und Tellariten gegründet. Sie ist ein freiwilliger, demokratischer Zusammenschluss souveräner Welten, der auf Frieden, Wissenschaft und Zusammenarbeit setzt. Die Sternenflotte ist ihr Forschungs- und Verteidigungsarm.
Was besagt die Erste Direktive?
Die Oberste Direktive verbietet der Sternenflotte, sich in die natürliche Entwicklung von Zivilisationen einzumischen, die noch keine Warp-Technologie besitzen. Untersagt sind Kontaktaufnahme, Technologieweitergabe und jede Form der Einflussnahme. Sie ist die wichtigste Regel der Sternenflotte und Ausgangspunkt vieler moralischer Konflikte in den Serien.
Muss ich alles kennen, um Star Trek zu verstehen?
Nein. Die meisten Serien funktionieren eigenständig, viele Folgen sind in sich abgeschlossen. Man kann problemlos mit einer einzelnen Serie beginnen und die anderen später nachholen. Welche Serie sich wofür eignet, zeigt unser Serienführer.
Ist Star Trek dasselbe wie Star Wars?
Nein. Star Wars ist ein Märchen im Weltraum mit Magie, Schwertkämpfen und einem Kampf zwischen Gut und Böse. Star Trek ist Science-Fiction mit wissenschaftlichem Anspruch: Es geht um Forschung, Diplomatie, Ethik und die Frage, wie eine bessere Gesellschaft aussehen könnte.
Warum gilt Star Trek als optimistisch?
Weil die Zukunft, die es zeigt, funktioniert: Auf der Erde sind Hunger und Krieg überwunden, Geld im heutigen Sinn spielt keine Rolle mehr, und Menschen arbeiten, um besser zu werden. Diese Grundidee von Gene Roddenberry unterscheidet Star Trek bis heute von den meisten dystopischen Zukunftsentwürfen.
Wie funktioniert die Wirtschaft in Star Trek ohne Geld?
Picard erklärt es im achten Kinofilm so: Geld existiert im 24. Jahrhundert nicht mehr, der Erwerb von Reichtum ist nicht länger die treibende Kraft im Leben der Menschen. Möglich wird das durch Technik wie den Replikator, die materielle Knappheit weitgehend aufhebt. An die Stelle von Besitz tritt Leistung: Wer etwas kann und besser werden will, kommt weiter. Vollständig konsequent ist das im Kanon nicht, an Deep Space Nine zirkuliert etwa Latinum als Währung.