Warhammer · Bemalen
Warhammer-Miniaturen bemalen: Was Anfänger wirklich brauchen
Das Bemalen ist für viele der schönste Teil des Hobbys, und der mit den meisten unnötigen Käufen. Hier steht, was du für die erste Figur wirklich brauchst (weniger als du denkst), wie die sieben Schritte zur fertigen Miniatur aussehen, und welche Anschaffungen guten Gewissens warten können.
Die drei ehrlichen Einkaufslisten
Alle Preise sind geprüfte Richtwerte deutscher Händler, Stand August 2026.
▸ Minimal · ca. 52 €
- Army Painter Fanatic Starterset: 11 Farben, Pinsel, Übungsfigur (ab ca. 27 €)
- 1 bis 2 günstige Miniaturen (ca. 20 €)
- Plastikkleber (ca. 5 €)
- Haushalt: Wasserbecher, Küchenpapier, Teller als Palette, Lampe
★ Empfohlen · ca. 76 €
- Citadel Paints + Tools Set: 13 Farben, Pinsel, Seitenschneider, Gussgratentferner (ca. 28 bis 31 €)
- 2 bis 3 Miniaturen (ca. 28 €)
- Grundierspray Chaos Black (ca. 14 €)
- Plastikkleber (ca. 5 €)
⧗ Erst später
- Airbrush und Kompressor
- große Pinselsets, Farbkoffer
- Dutzende Spezialfarben, Pigmente, Ölfarben
- Magnetisierung, teure Haltesysteme
Wer nach dem ersten Projekt sicher weiß, dass es weitergeht, rüstet komfortabel auf (zusammen rund 190 Euro): bessere Beleuchtung, Nasspalette, zwei bis vier gezielt gewählte Pinsel, Vallejo-Farbset (16 Tropfflaschen, ab ca. 35 €) und Präzisionswerkzeug wie die Citadel-Seitenschneider (ca. 37 €). Vorher ist das totes Kapital.
Die sieben Schritte zur ersten fertigen Figur
- 1 Ein kleines Projekt wählen
Zwei oder drei steckbare Übungsminiaturen, eine kleine Einheit oder ein Miniaturen-und-Farben-Set. Ausdrücklich NICHT als erstes Projekt: große Charaktermodelle, Fahrzeuge mit riesigen Flächen, teure Sammlerstücke oder gleich die ganze Armee.
- 2 Miniatur vorbereiten
Teile mit Abstand aus dem Gussrahmen schneiden, Reste vorsichtig entfernen, Gussgrate glätten, probeweise zusammenstecken, erst dann kleben (falls überhaupt nötig). Werkzeuge vom Körper weg führen, Kinder nur mit Aufsicht arbeiten lassen.
- 3 Grundieren
Die Grundierung lässt Farbe haften und schafft eine einheitliche Basis. Schwarz verzeiht am meisten, Weiß bringt leuchtende Farben, Grau ist der Allrounder. Spray nur draußen, mehrere dünne Stöße, Herstellerangaben zu Abstand und Temperatur beachten.
- 4 Grundfarben auftragen
Die wichtigste Regel des ganzen Hobbys: Zwei dünne Schichten schlagen eine dicke. Farbe leicht verdünnen, große Flächen zuerst, Pinsel nie bis zur Metallfassung beladen, jede Schicht trocknen lassen.
- 5 Schatten setzen
Ein dunkler Wash, gezielt in die Vertiefungen: der größte Sofort-Effekt im Miniaturenmalen. Nicht das ganze Modell fluten, Pfützen mit dem sauberen Pinsel aufnehmen, trocknen lassen, dann erhöhte Flächen ausbessern. Ein universeller dunkler Wash genügt am Anfang.
- 6 Sauberkeit und einfache Highlights
Fehler mit Grundfarbe korrigieren, erhöhte Kanten leicht aufhellen, Metallkanten betonen. Augen und Winzdetails nur, wenn du dich sicher fühlst. Und dann: das Modell rechtzeitig für fertig erklären.
- 7 Base gestalten und schützen
Texturfarbe oder Sand, eine Grundfarbe, Trockenbürsten, fertig ist der Sockel, und die Figur wirkt sofort doppelt so gut. Mattlack schützt Spielfiguren, ist für den ersten Versuch aber kein Pflichtkauf.
Die häufigsten Anfängerprobleme, gelöst
Zweite dünne Schicht statt dicker erster, Farbe vorher gut durchmischen, passende Grundierung darunter.
Farbe zu dick aufgetragen, zu viel Grundierung, oder der Wash hat sich in Pfützen gesammelt. Dünner arbeiten, Pfützen sofort mit dem trockenen Pinsel aufnehmen.
Farbe ist in die Metallfassung gewandert oder der Pinsel wurde auf der Palette gequetscht. Nur die vordere Hälfte der Borsten beladen, regelmäßig auswaschen, nie mit Farbresten trocknen lassen.
Fast immer fehlt die Base. Sockel gestalten, wichtige Kanten leicht aufhellen, fertig. Nicht in Details verlieren.
Nur EINE Miniatur fertigstellen, Farbschema auf drei Hauptfarben begrenzen, Detailstufe senken. Nach 45 bis 60 Minuten Pause machen und das Modell aus Armlänge betrachten: Es sieht besser aus, als du beim Malen denkst.
Farbsets für den Einstieg
Zwei bewährte Wege zur ersten Grundausstattung, beide regulär auf Amazon erhältlich: das Schnellfarben-Set für sichtbare Ergebnisse am ersten Abend, das Vallejo-Set für alle, die viel Farbe fürs Geld wollen.
Army Painter Speedpaint 2.0 Starterset 10 Schnellfarben plus Pinsel: der Eine-Schicht-Weg für schnelle Ergebnisse. Ab ca. 28 €. Bei Amazon ansehen* →
Vallejo Game Color Intro-Set 16 Tropfflaschen, die meiste Farbe fürs Geld. Ohne Werkzeug. Ab ca. 35 €. Bei Amazon ansehen* → * Affiliate-Links (Werbung). Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Häufige Fragen zum Bemalen
Was kostet die Mal-Erstausstattung wirklich?
Die minimale Variante liegt bei etwa 52 Euro (Starterset mit Farben, Pinsel und Übungsfigur plus Kleber und ein bis zwei Miniaturen). Die empfohlene Variante mit offiziellem Paints-und-Tools-Set, Grundierspray und zwei bis drei Miniaturen kostet rund 76 Euro. Wer sicher regelmäßig malt, landet komfortabel bei etwa 190 Euro.
Welche Farben brauche ich als Anfänger?
Vier bis acht Töpfe passend zum Modell: eine Hauptfarbe, eine Nebenfarbe, eine Metallfarbe, je nach Modell Haut oder Stoff, ein dunkler Wash und eine Basefarbe. Ein Citadel-Topf kostet etwa 3 bis 6 Euro. Ein Dutzend Spezialfarben brauchst du am Anfang sicher nicht.
Citadel, Army Painter oder Vallejo?
Citadel ist der Standard mit dem besten Anleitungs-Ökosystem, das Paints-und-Tools-Set (etwa 28 bis 31 Euro) enthält 13 Farben plus Werkzeug. Das Army-Painter-Fanatic-Starterset (ab etwa 27 Euro) ist die günstigste Komplettlösung inklusive Übungsfigur. Vallejo Game Color bietet die meiste Farbe fürs Geld (Tropfflaschen), aber ohne Werkzeug.
Brauche ich eine Sprühgrundierung?
Für den allerersten Versuch reicht Pinselgrundierung oder ein Set mit enthaltener Grundfarbe. Sobald du mehrere Figuren malst, lohnt das Spray (Citadel Chaos Black etwa 14 Euro, Army Painter ab etwa 11 Euro): draußen sprühen, mehrere dünne Stöße statt einer dicken Schicht.
Meine Farbe deckt nicht, was mache ich falsch?
Wahrscheinlich nichts: Eine Schicht deckt selten. Zwei dünne, leicht verdünnte Schichten sind fast immer besser als eine dicke. Vollständig trocknen lassen, dann die zweite Schicht.
Wann ist eine Figur fertig?
Früher als Perfektionisten denken: Grundfarben sauber, ein Wash in den Vertiefungen, Base gestaltet, fertig. Das Modell soll aus einem Meter Abstand klar lesbar wirken. Wettbewerbstechniken sind Stufe fünf, nicht Stufe eins.