Spiel

Alien: Isolation

Creative Assemblys Survival-Horror-Spiel (2014) fängt die Atmosphäre von Ridley Scotts Originalfilm ein wie kein anderes Alien-Produkt seit 1979.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus dem Alien-Franchise.

Alien: Isolation erschien 2014 von Creative Assembly (bekannt für die Total-War-Reihe) und wurde sofort als das Alien-Spiel gefeiert, auf das Fans seit Jahrzehnten gewartet hatten. Nach dem desaströsen Aliens: Colonial Marines (2013), das als Shooter die Action von Aliens nachahmte und dabei grandios scheiterte, ging Creative Assembly den entgegengesetzten Weg: zurück zum Horrorfilm von 1979.

Die Spielerin übernimmt Amanda Ripley, Tochter von Ellen Ripley. 15 Jahre nach den Ereignissen des ersten Films reist Amanda zur Raumstation Sevastopol, wo der Flugschreiber der Nostromo aufgetaucht sein soll. Die Station ist bereits im Chaos: Ein einzelner Xenomorph terrorisiert die verbliebene Besatzung, die synthetischen Working Joes (eine billigere, unheimlichere Alternative zu den Weyland-Yutani-Androiden) folgen korrumpierten Befehlen, und die menschlichen Überlebenden sind in rivalisierende Gruppen zerfallen.

Das Herzstück des Spiels ist die KI des Xenomorphs. Das Alien lernt vom Verhalten der Spielerin. Wer sich immer in Schränken versteckt, wird irgendwann in Schränken gefunden. Wer den Flammenwerfer zu oft einsetzt, stellt fest, dass das Alien zunehmend aggressiver zurückkehrt. Wer den Bewegungstracker benutzt, erzeugt ein leises Piepen, das das Alien anlockt. Dieses adaptive Verhalten erzeugt eine konstante Anspannung, die über die gesamte Spielzeit von 15 bis 20 Stunden anhält.

Das Artdesign verdient besondere Erwähnung. Creative Assembly orientierte sich am Retro-Futurismus des Originalfilms: CRT-Monitore, analoge Schalter, grünlich leuchtende Terminals, VHS-Ästhetik. Die Station Sevastopol sieht aus, als hätte sie neben der Nostromo vom Band laufen können. Diese visuelle Konsequenz, gepaart mit dem herausragenden Sounddesign (das Tropfen in den Lüftungsschächten, das metallische Klicken der Xenomorph-Krallen auf dem Stahl), machte Isolation zur authentischsten Alien-Erfahrung außerhalb des Kinos.

Kritisch wurde die Spiellänge diskutiert. Einige Rezensenten empfanden die 15-20 Stunden als zu lang für ein Survival-Horror-Spiel, bei dem die Grundmechanik (verstecken, schleichen, ablenken) über die gesamte Dauer gleich bleibt. Die Spannung bleibt hoch, aber die Variation der Spielsituationen hätte gegen Ende größer sein können.

Alien: Isolation verkaufte sich anfangs unter den Erwartungen von SEGA, erreichte aber über die Jahre Kultstatus und insgesamt über drei Millionen verkaufte Exemplare. Das Spiel bewies, dass die Stärke des Alien-Franchises im Horror liegt und nicht in der Action, und dass ein einzelnes, unbesiegbares Monster furchterregender sein kann als ganze Armeen von Xenomorphs.

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Alien: Isolation. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/alien-isolation/ (abgerufen am 05.06.2026).