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Alien: The Cold Forge

Alex Whites Roman (2018) gilt als einer der besten Alien-Romane abseits der Filme: Eine todkranke Wissenschaftlerin erforscht Xenomorphs auf einer abgelegenen Raumstation, während ein Firmenprüfer alles zu sabotieren droht.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus dem Alien-Franchise.

Alex Whites Alien: The Cold Forge (2018) erschien als Teil der Alien-Romane von Titan Books und wurde schnell als einer der stärksten Beiträge zum erweiterten Universum gefeiert. Der Roman spielt auf der RB-232, einer geheimen Weyland-Yutani-Forschungsstation, auf der zwei Projekte gleichzeitig laufen: die Erforschung von Xenomorph-Biologie und die Entwicklung eines Heilmittels für eine tödliche Autoimmunerkrankung.

Dr. Blue Marsalis ist die Protagonistin, eine brillante Genetikerin, die an einer degenerativen Krankheit leidet und ihren eigenen Körper kaum noch kontrollieren kann. Sie steuert einen synthetischen Avatar namens Marcus, um im Labor zu arbeiten, während ihr echter Körper im Rollstuhl sitzt. Diese Konstellation schafft eine ungewöhnliche Erzählperspektive: Blue erlebt die gefährlichsten Situationen durch einen Körper, der nicht ihrer ist, während sie gleichzeitig die fortschreitende Zerstörung ihres eigenen Körpers spürt.

Dorian Sudler, ein Firmenauditor von Weyland-Yutani, trifft auf der Station ein und entpuppt sich als kalkulierender Soziopath. White schrieb Sudler als menschliches Monster, das gefährlicher ist als die Xenomorphs. Er manipuliert, lügt und tötet nicht aus Bösartigkeit, sondern aus einer völligen Unfähigkeit, andere Menschen als etwas anderes als Werkzeuge zu betrachten. Die Parallele zwischen dem körperlichen Verfall von Blue und der moralischen Hohlheit von Sudler durchzieht den Roman.

Was den Roman vom Durchschnitt der Tie-in-Literatur abhebt, ist die Charaktertiefe. Blue ist keine Actionheldin. Sie ist chronisch krank, abhängig von Medikamenten und Technologie, und ihre Überlebensstrategie besteht aus Intelligenz und Täuschung statt aus Waffengewalt. Das Buch behandelt Behinderung und chronische Krankheit mit einer Ernsthaftigkeit, die in der Science-Fiction selten ist.

Die Xenomorph-Szenen funktionieren als Horror, weil White sich Zeit nimmt, die Bedrohung aufzubauen. Die Station wird langsam unsicher, die Sicherheitsprotokolle versagen eines nach dem anderen, und die Besatzung zerfällt unter dem Druck. Der Roman erinnert in seiner Struktur an das Originalfilm: Ein geschlossener Raum, eine übermächtige Bedrohung, und Menschen, die unter dem Druck ihr wahres Gesicht zeigen.

Für Leser, die den atmosphärischen Horror des Alien-Universums schätzen und sich für die Konzernpolitik von Weyland-Yutani interessieren, ist The Cold Forge eine der besten verfügbaren Optionen. Der Roman funktioniert auch ohne tiefes Franchise-Wissen, weil er seine eigene Geschichte erzählt, statt Filmereignisse nachzuerzählen.

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Alien: The Cold Forge. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/alien-the-cold-forge/ (abgerufen am 05.06.2026).