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Aliens: Phalanx

Scott Sieglers Roman (2020) versetzt Xenomorphs in eine mittelalterliche Gesellschaft ohne Schusswaffen: Krieger mit Speeren und Schilden gegen die perfekten Organismen.

Spoiler-Warnung: Dieser Eintrag enthält Handlungsdetails aus dem Alien-Franchise.

Scott Sieglers Aliens: Phalanx (2020) ist einer der ungewöhnlichsten Romane im Alien-Universum, weil er die Franchise-Formel radikal verändert. Statt Marines mit Pulsgewehren oder Raumstationen mit Luftschleusen versetzt Sigler die Xenomorphs in eine Gesellschaft, die technologisch auf dem Niveau des Mittelalters lebt. Die Menschen von Ataegina kennen keine Schusswaffen, keine Raumschiffe und keine Erklärung für die Monster, die sie als Dämonen bezeichnen.

Die Protagonistin Ahiliyah ist eine Läuferin, eine junge Frau, deren Aufgabe darin besteht, Nachrichten zwischen den befestigten Siedlungen zu überbringen. Die Strecke führt durch Xenomorph-Gebiet. Läufer sterben regelmäßig. Die Überlebenstechnik besteht aus Tarnung, Geschwindigkeit und einem System aus Festungen, Gräben und Phalanx-Formationen, die die Gemeinschaft über Generationen entwickelt hat.

Was den Roman besonders macht, ist die Verschiebung der Machtdynamik. In den Filmen haben Menschen Zugang zu Technologie, die zumindest theoretisch eine Chance gegen die Xenomorphs bietet. In Phalanx ist jede Begegnung potenziell tödlich, und die Menschen haben gelernt, mit dieser permanenten Bedrohung zu leben, statt sie zu besiegen. Die Gesellschaft hat sich um die Xenomorphs herum organisiert: Architektur, Militärdoktrin, Religion und Sozialhierarchie sind alle durch die Präsenz der Kreaturen geformt.

Sigler nutzt die Fantasy-Anmutung des Settings, um die Xenomorphs wieder beängstigend zu machen. In vielen Alien-Produkten sind die Kreaturen durch Übersättigung zu bekannten Gegnern geworden. Wenn man sie aber durch die Augen von Menschen sieht, die sie nicht verstehen und keine Technologie gegen sie haben, kehrt der ursprüngliche Horror zurück.

Der Roman funktioniert als eigenständige Geschichte und braucht kein Vorwissen über das Alien-Universum. Die Verbindung zur übergeordneten Franchise-Mythologie bleibt subtil: Ataegina ist offensichtlich ein von Menschen kolonisierter Planet, auf dem eine Xenomorph-Infestation die Zivilisation zurückgeworfen hat. Aber die Bewohner wissen das nicht, und der Roman erklärt es nicht ausdrücklich.

Für Leser, die griechische Militärgeschichte interessiert (die Phalanx-Taktik ist historisch fundiert beschrieben) oder die den Horror des Alien-Universums in einem unerwarteten Setting erleben möchten, ist Phalanx eine Empfehlung.

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Aliens: Phalanx. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/aliens-phalanx/ (abgerufen am 05.06.2026).