Amor-Asteroiden
Amor-Asteroiden nähern sich der Erdbahn von außen, ohne sie zu kreuzen. Der bekannteste Vertreter ist 433 Eros, das Ziel der ersten Asteroidenlandung.
Amor-Asteroiden sind eine Klasse erdnaher Objekte, deren Bahn vollständig außerhalb der Erdbahn liegt. Ihr sonnennächster Punkt liegt zwischen 1,017 und 1,3 Astronomischen Einheiten, sie kommen der Erdbahn also nahe, schneiden sie aber nicht. Benannt ist die Gruppe nach 1221 Amor, einem kleinen Asteroiden, den der belgische Astronom Eugène Delporte 1932 entdeckte.
Der berühmteste Amor-Asteroid ist 433 Eros, ein über 30 Kilometer langer Brocken. Die NASA-Sonde NEAR Shoemaker umkreiste Eros ab dem Jahr 2000 und setzte 2001 zur ersten weichen Landung auf einem Asteroiden überhaupt an. Eros lieferte detaillierte Daten über Zusammensetzung, Dichte und Oberfläche und machte deutlich, wie unterschiedlich erdnahe Asteroiden aufgebaut sein können.
Der größte bekannte erdnahe Asteroid überhaupt, 1036 Ganymed mit rund 38 Kilometern Durchmesser, gehört ebenfalls zur Amor-Gruppe. Viele Amor-Objekte sind energetisch vergleichsweise leicht zu erreichen, weshalb gerade sie als frühe Ziele für Raumsonden und für künftigen Asteroidenbergbau gelten. Ihre Bahnen liegen dem Marsorbit oft nahe, einige Amor-Asteroiden kreuzen sogar die Marsbahn, was sie zu möglichen Zwischenstationen einer schrittweisen Erschließung des inneren Sonnensystems macht.
Weil Amor-Asteroiden die Erdbahn nicht kreuzen, gelten sie als weniger akut gefährlich als Apollo- oder Aten-Objekte. Ihre Bahnen können sich über lange Zeiträume aber verändern, etwa durch nahe Vorbeiflüge an Planeten oder durch den Yarkovsky-Effekt, jenen schwachen Schub durch zeitversetzt abgestrahlte Sonnenwärme. Deshalb werden auch sie systematisch überwacht. Ihre Erdnähe macht sie zugleich zu vergleichsweise leicht erreichbaren Zielen für Raumsonden.
In Zukunftserzählungen tauchen Amor-artige Objekte oft als nahe, aber ungefährliche Nachbarn auf, die sich für Forschung und Rohstoffgewinnung anbieten. Die reale Geschichte von Eros, vom fernen Lichtpunkt zum kartierten, belandeten Himmelskörper, zeigt genau den Übergang, den viele SF-Geschichten beschreiben: vom unerreichbaren Objekt am Himmel zum konkreten Ort im Sonnensystem.
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