Raumfahrt

Ariane

Europas Trägersystem für den unabhängigen Zugang zum Weltraum. Die Ariane-Raketenfamilie startet seit 1979 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana und hat über 250 erfolgreiche Starts absolviert.

Ariane
Arianespace (CC BY 3.0)

Die Ariane-Raketenfamilie ist Europas Rückgrat für den Zugang zum Weltraum. Entwickelt unter französischer Federführung (CNES) und vermarktet durch Arianespace, das weltweit erste kommerzielle Startunternehmen (gegründet 1980).

Die Ariane 1 flog erstmals 1979, nach einer Fehlstartphase bei der vorherigen Europa-Rakete. Die Familie entwickelte sich über Ariane 2, 3 und 4 (insgesamt 116 Starts zwischen 1986 und 2003, davon 113 erfolgreich) zur Ariane 5, die zwischen 1996 und 2023 operierte. Die Ariane 5 wurde zum Flaggschiff der europäischen Raumfahrt: 117 Starts, davon 112 erfolgreich, mit der Fähigkeit, zwei Satelliten gleichzeitig in den GTO zu bringen (Dual-Launch-Konfiguration). Ihr letzter und spektakulärster Start brachte am 25. Dezember 2021 das James Webb Space Telescope auf den Weg zum Lagrange-Punkt L2.

Die Ariane 6 absolvierte am 9. Juli 2024 ihren Erstflug, nach mehrjähriger Verzögerung. Sie existiert in zwei Varianten: A62 (zwei Feststoffbooster, für mittlere Nutzlasten) und A64 (vier Booster, als Nachfolger der Ariane 5 ECA). Die A64 kann ca. 11,5 Tonnen in den GTO befördern. Anders als die Falcon 9 ist die erste Stufe der Ariane 6 nicht wiederverwendbar, was europäische Raumfahrtplaner zunehmend als strategischen Nachteil sehen.

Der Weltraumbahnhof Centre Spatial Guyanais (CSG) in Kourou, Französisch-Guayana, liegt nur 5 Grad nördlich des Äquators. Diese Lage bietet einen natürlichen Vorteil: Die Erdrotation gibt den Raketen beim Start in Richtung Osten bis zu 460 m/s zusätzliche Geschwindigkeit mit.

Die ESA entwickelt parallel das Prometheus-Triebwerk (Methan/Sauerstoff, wiederverwendbar, kostenoptimiert durch 3D-Druck) und den Demonstrator Themis für eine wiederverwendbare erste Stufe, die frühestens Ende der 2020er Jahre fliegen soll.

Die Ariane 6 hat sich seit ihrem Erstflug 2024 langsam eingerastet. 2025 absolvierte die Rakete vier Starts, darunter die Aufklärungssatelliten-Mission CSO-3 im März, den Wettersatelliten Metop-SG-A1 im August und den Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-1D im November. Für 2026 peilt Arianespace sechs bis acht Starts an, deutlich mehr als im Vorjahr. Den Auftakt macht die leistungsstärkere Vierbooster-Version A64, die den Anfang der 18 Missionen für Amazons Kuiper-Satellitenkonstellation markiert. Parallel testet die ESA im Rahmen des Nachfolgeprogramms PHOEBUS größere Tanks für flüssigen Sauerstoff und Wasserstoff, ein Schritt auf dem Weg zu einer künftig wiederverwendbaren Oberstufe.

Aus dem Forum

Diskutiere diesen Begriff mit Lesern und Autoren im BuchKnall-Forum.

Im Forum diskutieren
Diesen Eintrag zitieren

Ariane. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/ariane/ (abgerufen am 25.07.2026).