Ben Bova
Amerikanischer SciFi-Autor und Herausgeber (1932-2020), der als Editor von Analog sechs Hugo Awards gewann und mit seiner Grand-Tour-Serie das gesamte Sonnensystem literarisch kartierte.
Benjamin William Bova (1932-2020) prägte die amerikanische Science Fiction auf zwei Wegen gleichzeitig: als Herausgeber und als Autor. Nach dem Tod von John W. Campbell Jr. im Jahr 1971 übernahm Bova die Chefredaktion von Analog Science Fiction and Fact, damals das einflussreichste SF-Magazin der Welt. Unter seiner Leitung gewann Analog sechs Hugo Awards in der Kategorie Best Professional Editor. Bova öffnete das Magazin für Themen, die Campbell eher gemieden hatte, und gab Autoren wie Joe Haldeman (dessen The Forever War in Analog serialisiert wurde) eine Plattform.
Nach seinem Abschied von Analog übernahm Bova 1978 die redaktionelle Leitung von Omni, einem Magazin, das Science Fiction und populäre Wissenschaft in einem für die damalige Zeit ungewöhnlich modernen Format verband. Omni erreichte ein Massenpublikum, das die traditionellen SF-Magazine nie angesprochen hatten.
Als Autor ist Bova vor allem für die Grand-Tour-Romanreihe bekannt, ein Projekt, das er über vier Jahrzehnte verfolgte (1992 bis 2020, mit Vorläufern ab 1985). Die Grundidee: Jeder Roman widmet sich einem Himmelskörper des Sonnensystems. Mars (1992) erzählt die Geschichte der ersten bemannten Mars-Expedition. Venus (2000) schickt einen jungen Mann in die höllische Atmosphäre des Planeten. Jupiter (2001), Saturn (2003), Mercury (2005), Titan (2006) und weitere Bände folgten. Die Romane spielen in einer nahen Zukunft, in der die Erde mit Klimawandel und politischen Konflikten zwischen Säkularisten und religiösen Fundamentalisten kämpft, während Wissenschaftler und Unternehmer das Sonnensystem erschließen.
Bovas Stärke lag in der Verbindung von wissenschaftlicher Genauigkeit mit politischen und sozialen Themen. Er war ein überzeugter Befürworter der bemannten Raumfahrt und präsentierte sie in seinen Romanen als praktische Notwendigkeit, nicht als Abenteuer. Seine Figuren sind Ingenieure, Wissenschaftler und Geschäftsleute, die gegen bürokratische, religiöse und wirtschaftliche Widerstände kämpfen. Das machte seine Bücher weniger spektakulär als Space Operas, aber glaubwürdiger als die meisten Hard-SF-Entwürfe.
Bova war außerdem Präsident der National Space Society und der Science Fiction and Fantasy Writers of America. Er veröffentlichte über 120 Bücher (Romane und Sachbücher) und galt als einer der letzten großen Vertreter der Tradition, Science Fiction als Werkzeug zu nutzen, um für den wissenschaftlichen Fortschritt zu werben. Er starb am 29. November 2020 in Naples, Florida.
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Ben Bova. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/ben-bova/ (abgerufen am 06.06.2026).
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