Gaswolke
Eine interstellare Gaswolke ist eine kalte Ansammlung aus Gas und Staub zwischen den Sternen. Die dichtesten dieser Molekülwolken sind die Geburtsstätten neuer Sonnen und dienen in der Science-Fiction gern als Versteck oder Hindernis.
Gaswolken, in der Astronomie meist als interstellare Wolken oder Nebel bezeichnet, sind Ansammlungen von Gas und feinem Staub im Raum zwischen den Sternen. Sie bestehen überwiegend aus Wasserstoff, dazu kommen Helium und Spuren schwererer Elemente sowie winzige Staubkörner. Je nach Temperatur und Dichte unterscheidet man verschiedene Typen, von dünnen, heißen Wolken bis zu kalten, dichten Gebilden. Die für die Sternentstehung wichtigsten sind die Molekülwolken, in denen es kalt genug ist, dass sich Atome zu Molekülen verbinden, vor allem zu molekularem Wasserstoff.
Diese Molekülwolken sind die kosmischen Kinderstuben. In ihren dichtesten Klumpen wird die Schwerkraft so stark, dass das Gas in sich zusammenstürzt und sich zu neuen Sternen verdichtet. Berühmte Beispiele sind der Orionnebel, in dem sich gerade jetzt junge Sterne bilden, und die ikonischen Säulen der Schöpfung im Adlernebel, riesige Türme aus Gas und Staub, in denen neue Sonnen heranreifen. Eine einzige große Molekülwolke kann genug Material enthalten, um tausende Sterne hervorzubringen, oft als ganzer offener Sternhaufen auf einmal. Auch unsere Sonne entstand vor rund viereinhalb Milliarden Jahren aus dem Kollaps einer solchen Wolke.
Nicht alle Gaswolken leuchten. Manche, die sogenannten Dunkelwolken, sind so dicht mit Staub durchsetzt, dass sie das Licht dahinterliegender Sterne verschlucken und als schwarze Flecken vor dem hellen Sternenhintergrund erscheinen. Andere, die Emissionsnebel, werden von nahen heißen Sternen zum Leuchten angeregt und strahlen in den charakteristischen Farben ionisierten Gases. Wieder andere, die Reflexionsnebel, streuen das bläuliche Licht benachbarter Sterne. Diese Vielfalt macht Gaswolken zu den fotogensten Objekten des Himmels, und viele der bekanntesten Aufnahmen von Weltraumteleskopen zeigen genau solche farbenprächtigen Nebel.
Für die Science-Fiction sind Gaswolken ein vielseitiges Element. Häufig dienen dichte Nebel als Versteck, in dem sich Raumschiffe vor Sensoren oder Verfolgern verbergen können, ein Motiv, das etwa in Star Trek immer wieder auftaucht, wenn ein Schiff in einen Nebel flüchtet. Tatsächlich sind reale interstellare Wolken allerdings extrem dünn, dünner als das beste irdische Vakuum, sodass ein hindurchfliegendes Schiff dort kaum etwas spüren würde. Die dramatische Vorstellung dichter, wabernder Schwaden ist also künstlerische Freiheit, aber eine sehr wirkungsvolle.
Darüber hinaus tauchen Gaswolken in der SF als Schauplätze kosmischer Geburten und als Quellen von Rohstoffen auf, etwa wenn Zivilisationen das Gas einer Wolke als Treibstoff oder Baumaterial ernten. Wissenschaftlich bleiben sie eines der spannendsten Forschungsfelder, weil sich in ihnen die fundamentale Frage entscheidet, wie aus diffusem, kaltem Gas die Sterne und letztlich auch die Planeten und das Leben hervorgehen. Jede Gaswolke ist damit zugleich ein Friedhof vergangener Sternengenerationen und die Wiege künftiger Sonnen.
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