Auszeichnung

Hugo Award

Wichtigster Preis der Science Fiction, vergeben durch Fans.

Der Hugo Award wird seit 1953 jährlich auf der World Science Fiction Convention (Worldcon) vergeben und ist nach Hugo Gernsback benannt, dem Gründer des Amazing Stories Magazine (1926), das als erste reine SF-Zeitschrift gilt. Gernsback prägte den Begriff »Scientifiction« und legte damit den Grundstein für Science Fiction als eigenständiges Genre.

Das Besondere am Hugo: Er ist ein reiner Publikumspreis. Jedes zahlende Mitglied der jeweiligen Worldcon darf nominieren und abstimmen, was dem Award eine demokratische Legitimation verleiht, die kein anderer SF-Preis hat. Vergeben wird in zahlreichen Kategorien, darunter Bester Roman, Beste Novella, Beste Kurzgeschichte, Beste Dramatische Präsentation (Lang- und Kurzform) und Bester Fan-Autor.

Die Liste der Hugo-Gewinner liest sich wie ein Kanon der Science Fiction: Isaac Asimov, Arthur C. Clarke, Ursula K. Le Guin, Frank Herbert (Dune, 1966), William Gibson (Neuromancer, 1985), Vernor Vinge, Lois McMaster Bujold. N.K. Jemisin setzte 2016 bis 2018 einen historischen Rekord, als sie drei Jahre in Folge den Hugo für den Besten Roman gewann, jedes Mal für einen Band ihrer Broken-Earth-Trilogie.

2015 und 2016 erschütterte die sogenannte »Sad Puppies/Rabid Puppies«-Kontroverse den Preis: Organisierte Gruppen versuchten, durch koordinierte Nominierungen die Shortlist zu dominieren, als Protest gegen eine vermeintlich zu progressive Ausrichtung. Die Worldcon reagierte 2017 mit einer Änderung des Wahlsystems (E Pluribus Hugo), um solche Manipulationen zu erschweren.

Die Hugo-Trophäe selbst hat keine einheitliche Form. Jede Worldcon gestaltet ihre eigene Version der silbernen Rakete, was die Trophäen zu Sammlerstücken macht.

Die Sad-Puppies-Kontroverse hat dem Hugo etwas Unerwartetes gebracht: Aufmerksamkeit. Die Debatte über Diversität, Repräsentation und den Wert von Mainstream-SF versus Genrekern hat die Community tief gespalten, aber auch Hunderttausende neue Abonnenten in die Weltcon-Mitgliedschaft gezogen, die vorher nicht abgestimmt hatten. Das Ergebnis war eine demokratischere Wählerschaft als je zuvor.

N.K. Jeminins drei aufeinanderfolgende Hugo-Gewinne mit der Broken-Earth-Trilogie (2016, 2017, 2018) sind der klarste Beleg für diese Verschiebung. Ein Roman über strukturellen Rassismus und Klimakatastrophe, geschrieben in der zweiten Person, gewann dreimal den wichtigsten SF-Preis der Welt. Das war vor 2015 kaum denkbar, und es sagt mehr über die Entwicklung des Genres als jede programmatische Erklärung.

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Hugo Award. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/hugo-award/ (abgerufen am 17.06.2026).