Auszeichnung

Nebula Award

SF-Preis, vergeben von Fachautoren (SFWA).

Der Nebula Award wird seit 1966 von der Science Fiction and Fantasy Writers Association (SFWA) vergeben und gehört zusammen mit dem Hugo Award zu den beiden wichtigsten Preisen der englischsprachigen Science Fiction. Die Idee zum Preis stammte von Lloyd Biggle Jr., dem ersten Secretary-Treasurer der SFWA, und wurde von Gründungspräsident Damon Knight umgesetzt.

Der entscheidende Unterschied zum Hugo: Beim Nebula stimmen ausschließlich professionelle Autorinnen und Autoren ab, keine Fans. Das macht den Preis zu einem Peer-Review-Urteil innerhalb der Branche. Vergeben wird er in den Kategorien Roman, Novella, Novelette und Kurzgeschichte. Seit 2018 gibt es zusätzlich eine Kategorie für Game Writing, seit 2026 auch für Comics und Lyrik.

Werke, die Hugo und Nebula im selben Jahr gewinnen, gelten als kanonisch. Zu diesen Doppelgewinnern gehören Frank Herberts Dune (1966), Ursula K. Le Guins The Left Hand of Darkness (1970), William Gibsons Neuromancer (1985) und N.K. Jemisins The Fifth Season (2016). The Guardian bezeichnete den Nebula zusammen mit dem Hugo als die wichtigsten amerikanischen Science-Fiction-Preise.

Ein besonderer Aspekt des Nebula ist seine Stabilität als historisches Archiv. Seit 1966 lückenlos vergeben, spiegelt die Gesamtliste der Gewinner die Entwicklung des Genres wie kein anderes Dokument. Der Wandel von den technisch orientierten Space-Opera-Siegern der 1960er und 1970er Jahre hin zu den stärker literarisch und diversitätsbewusst ausgerichteten Gewinnern der 2010er und 2020er Jahre lässt sich an den Preisträgern direkt ablesen.

N.K. Jemisins dreifacher Nebula-Gewinn (2016, 2017, 2018) mit der Broken-Earth-Trilogie war in der Geschichte des Preises einmalig. Kein anderes Werk hatte jemals drei aufeinanderfolgende Bände in der Hauptkategorie gewonnen. Das spiegelte nicht nur die Qualität der Texte wider, sondern zeigte auch, dass die SFWA-Mitglieder bereit waren, eine afroamerikanische Autorin mit einem zutiefst politischen Werk mehrfach zu würdigen.

Für Leser, die systematisch hochgelobte SF lesen wollen, ist die Nebula-Liste ein zuverlässigerer Einstieg als Bestsellerlisten. Die Abstimmenden sind selbst Schreibende, kennen Handwerk und Konventionen des Genres und belohnen selten reines Unterhaltungspotenzial auf Kosten von literarischer Substanz. Das macht den Nebula zur Empfehlung für alle, die wissen wollen, was die Branche selbst von sich hält.

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Nebula Award. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/nebula-award/ (abgerufen am 17.06.2026).

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