Auszeichnung

Arthur C. Clarke Award

Wichtigster britischer SF-Preis.

Der Arthur C. Clarke Award wird seit 1987 jährlich für den besten Science-Fiction-Roman vergeben, der im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurde. Der Preis geht auf eine Spende von Arthur C. Clarke selbst zurück, der ein Preisgeld von 1.000 Pfund stiftete (später auf 2.026 Pfund erhöht, als Anspielung auf das Jahr der Handlung von 2001: A Space Odyssey).

Im Gegensatz zu Hugo (Publikumswahl) und Nebula (Autorenwahl) wird der Clarke Award von einer professionellen Jury vergeben, die jedes Jahr aus Vertretern der British Science Fiction Association, der Science Fiction Foundation und des SF-Buchhandels zusammengesetzt wird. Das macht den Preis unberechenbar und oft mutiger in seinen Entscheidungen.

Der Clarke Award hat den Ruf, Bücher auszuzeichnen, die die Genregrenzen sprengen. Margaret Atwoods The Handmaid's Tale (2001) war eine kontroverse Wahl, weil Atwood selbst bestritt, Science Fiction zu schreiben. China Miéville gewann dreimal (Perdido Street Station, Iron Council, The City & The City) und bewies damit, dass der Preis literarisch ambitionierte Weird Fiction genauso würdigt wie klassische Hard SF.

Adrian Tchaikovskys Children of Time (2016) gehört zu den einflussreichsten Gewinnern der letzten Dekade: Ein Roman über die Evolution von Spinnen auf einem fremden Planeten, der Biologie-SF in den Mainstream brachte. Weitere wichtige Preisträger sind Amitav Ghosh (The Calcutta Chromosome), Kazuo Ishiguro (Never Let Me Go) und Becky Chambers (A Psalm for the Wild-Built).

Der Clarke Award ist damit der Preis, der am häufigsten literarische Außenseiter ins SF-Rampenlicht rückt.

Die Tatsache, dass Arthur C. Clarke das Preisgeld selbst stiftete und es nach dem Jahr seiner bekanntesten Romanhandlung benannte, gibt dem Award eine persönliche Dimension, die ihn von rein institutionellen Preisen unterscheidet. Clarke wollte Bücher ausgezeichnet sehen, die neue Ideen verfolgen. Das Geld für 2001: A Space Odyssey als Namensgeber, das ist eine elegante Selbstverpflichtung des Stifters.

Der Clarke Award hat auch Schwächen. Als britischer Preis für britische Veröffentlichungen schließt er viele wichtige Bücher aus, die in UK keinen oder nur verzögerten Verlag finden. Das macht die Shortlist mitunter weniger repräsentativ für das globale SF-Feld als Hugo oder Nebula. Andererseits zwingt diese Beschränkung die Jury, innerhalb des britischen Marktes tiefer zu graben und Werke zu würdigen, die in der globalen Aufmerksamkeitsökonomie untergehen würden.

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Arthur C. Clarke Award. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/arthur-c-clarke-award/ (abgerufen am 17.06.2026).