Auszeichnung

Seraph Phantastik-Preis

Wichtigster deutschsprachiger Preis für Phantastik.

Der Seraph wird seit 2012 von der Phantastischen Akademie auf der Leipziger Buchmesse verliehen und gilt als der renommierteste Preis für phantastische Literatur im deutschsprachigen Raum. Unter Phantastik fasst er das gesamte Spektrum zusammen, Science-Fiction, Fantasy und Horror gleichermaßen. Vergeben wird er in mehreren Kategorien, darunter das beste Buch und das beste Debüt, was gezielt auch neuen Stimmen eine Bühne verschafft.

SF-Gewinner waren Joshua Tree (2022, Singularity), Theresa Hannig (2023, Pantopia; 2025, Parts Per Million) und Nils Westerboer (2026, Lyneham). Seit 2026 sind KI-generierte Werke ausdrücklich von der Teilnahme ausgeschlossen, eine klare Positionierung in der aktuellen Debatte um maschinell erzeugte Literatur.

Die Bedeutung des Seraph liegt darin, dass er deutschsprachige Phantastik ernst nimmt, in einem Markt, der von internationalen, meist englischsprachigen Titeln dominiert wird. Ein renommierter Preis verschafft heimischen Autorinnen und Autoren Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit im Feuilleton und einen Platz in den Auslagen der Buchhandlungen. Er steht dabei neben anderen wichtigen Auszeichnungen wie dem Kurd-Laßwitz-Preis und dem Deutschen Science-Fiction-Preis, setzt aber durch die Anbindung an die Leipziger Buchmesse einen eigenen, publikumswirksamen Akzent.

Für ein kuratiertes Lexikon wie BuchKnall sind solche Preise wertvolle Wegweiser. Sie markieren, welche deutschsprachigen Werke literarisch und inhaltlich herausragen, und helfen Leserinnen und Lesern, im wachsenden Angebot die Titel zu finden, die wirklich Substanz haben.

Der Ausschluss KI-generierter Werke ab 2026 ist eine klare Positionierung in einer Debatte, die das gesamte literarische Feld beschäftigt. Der Seraph sagt damit: Autorenschaft bedeutet Verantwortung und Handwerk, nicht nur Output. Diese Entscheidung ist mutig in einem Markt, in dem die Grenzen zwischen menschlicher und maschineller Kreativität zunehmend verschwimmen.

Theresa Hannigs zweifacher Gewinn, 2023 und 2025, ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Seraph deutsche SF-Karrieren prägt. Pantopia und Parts Per Million sind konzeptionell verschiedene Bücher, aber beide stehen für eine dezidiert gesellschaftskritische, literarisch ambitionierte Stimme, die ohne den Preis vermutlich in einer kleineren Öffentlichkeit geblieben wäre.

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Seraph Phantastik-Preis. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/seraph-preis/ (abgerufen am 17.06.2026).