Waffe

Hyperschallwaffe

Flugkörper, die mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit manövrieren und bestehende Raketenabwehr praktisch wirkungslos machen.

Hyperschallwaffen sind Waffensysteme, die mit Geschwindigkeiten jenseits von Mach 5 (über 6.100 km/h) fliegen und dabei manövrierfähig bleiben. Das unterscheidet sie von ballistischen Raketen, die zwar ebenfalls Hyperschallgeschwindigkeiten erreichen, aber auf vorhersehbaren Bahnen fliegen und deshalb theoretisch abgefangen werden können.

Zwei Grundtypen existieren: Hyperschall-Gleitflugkörper (Hypersonic Glide Vehicles, HGV) werden von einer Rakete auf große Höhe gebracht und gleiten dann in der oberen Atmosphäre zum Ziel, wobei sie ständig ihre Flugbahn ändern können. Hyperschall-Marschflugkörper (Hypersonic Cruise Missiles) nutzen einen Scramjet-Antrieb (Überschallverbrennung im Luftstrom), um dauerhaft auf Hyperschallgeschwindigkeit zu bleiben.

Die Boeing X-51A Waverider war das wichtigste westliche Testprogramm für Scramjet-Technologie. Am 1. Mai 2013 erreichte der unbemannte Flugkörper Mach 5,1 und flog 210 Sekunden lang mit Scramjet-Antrieb, der bisher längste Hyperschall-Flug dieser Art. Das Programm lieferte entscheidende Daten, wurde aber nicht direkt in eine Waffe überführt.

Russland hat mit der Avangard einen einsatzfähigen Hyperschall-Gleitflugkörper, der angeblich Mach 27 erreicht. Chinas DF-ZF gleitet mit mindestens Mach 5 und kann nukleare oder konventionelle Sprengköpfe tragen. Die USA entwickeln mit ARRW (Air-launched Rapid Response Weapon) und LRHW (Long Range Hypersonic Weapon) eigene Systeme, die 2025 einsatzbereit sein sollen.

Das strategische Problem: Bestehende Raketenabwehrsysteme sind auf ballistische Flugbahnen ausgelegt. Ein manövrierfähiger Hyperschallflugkörper im unteren Atmosphärenbereich lässt den Verteidigern nur Sekunden Reaktionszeit. Das verschiebt das Gleichgewicht zugunsten des Angreifers und befeuert ein neues Wettrüsten zwischen den USA, China und Russland.