Persönlichkeit

John Wyndham

Britischer Autor, der mit leisen Katastrophenromanen wie The Day of the Triffids die gemütliche Oberfläche der Nachkriegsgesellschaft aufbrach.

John Wyndham wurde 1903 als John Wyndham Parkes Lucas Beynon Harris in England geboren und starb 1969. Er veröffentlichte auch unter mehreren Pseudonymen, wurde aber unter dem Namen John Wyndham zu einem der bekanntesten britischen Science-Fiction-Autoren der Nachkriegszeit. Seine Romane wirken oft ruhiger als amerikanische Pulp-SF derselben Epoche. Gerade diese Ruhe macht sie wirksam. Wyndham zeigt den Einbruch des Fremden in eine vertraute, bürgerliche Welt.

Sein bekanntestes Werk ist 'The Day of the Triffids' von 1951. Nach einem globalen Himmelsereignis erblinden große Teile der Menschheit. Zugleich werden gefährliche, bewegliche Pflanzen, die Triffids, zur existenziellen Bedrohung. Der Roman ist Katastrophengeschichte, Überlebensroman und Gesellschaftsanalyse zugleich. Wyndham interessiert sich für den Zusammenbruch von Alltagsstrukturen: Versorgung, Moral, Geschlechterrollen, Gemeinschaft, Gewalt und die Frage, wer in einer zerfallenden Ordnung Verantwortung übernimmt.

Weitere wichtige Werke sind 'The Kraken Wakes' von 1953, 'The Chrysalids' von 1955 und 'The Midwich Cuckoos' von 1957. 'The Midwich Cuckoos' wurde mehrfach verfilmt, besonders bekannt unter dem Titel 'Village of the Damned'. Darin bringt ein unerklärliches Ereignis in einem englischen Dorf Kinder hervor, die anders denken, anders handeln und eine stille kollektive Bedrohung darstellen. 'The Chrysalids' spielt in einer postapokalyptischen Gesellschaft, die genetische Abweichung religiös verfolgt.

Wyndham wurde manchmal mit dem Ausdruck 'cosy catastrophe' verbunden, einer Bezeichnung, die besonders Brian Aldiss kritisch verwendete. Gemeint war eine Katastrophenform, in der die Welt zwar zusammenbricht, aber der Ton kontrolliert, britisch und vergleichsweise geordnet bleibt. Diese Kritik greift nur teilweise. Wyndhams Romane sind zugänglich, aber nicht harmlos. Unter der klaren Oberfläche liegen Fragen nach Normalität, Ausgrenzung, Anpassung und dem dünnen Firnis zivilisierter Ordnung.

Für die Science Fiction ist Wyndham wichtig, weil er das Ende der Welt nicht als Spektakel, sondern als Störung des Gewohnten erzählte. Seine Bücher eignen sich besonders für Leserinnen und Leser, die Postapokalypse, Mutationen und gesellschaftliche Brüche ohne militärisches Dauerfeuer suchen.

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John Wyndham. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/john-wyndham/ (abgerufen am 07.06.2026).