Julian May
Amerikanische Autorin, deren Saga of Pliocene Exile Science Fiction, Zeitreise, Telepathie und mythische Fremdwelt-Erzählung verbindet.
Julian May wurde 1931 in Chicago geboren und starb 2017. Sie begann früh als Science-Fiction-Fan, arbeitete als Autorin, Herausgeberin und Verfasserin von Sachbüchern und kehrte später mit großen Romanzyklen ins Genre zurück. Besonders bekannt wurde sie durch die 'Saga of Pliocene Exile', die ab 1981 erschien. May schrieb zu einer Zeit, in der epische Serien in Science Fiction und Fantasy stärker wurden, und verband beide Felder auf ungewöhnliche Weise.
Die 'Saga of Pliocene Exile' beginnt mit 'The Many-Colored Land'. Menschen aus einer zukünftigen Gesellschaft reisen durch ein Einweg-Zeitportal in das Pliozän, also Millionen Jahre in die Vergangenheit. Dort treffen sie auf zwei fremde, humanoide Spezies, die Tanu und Firvulag, deren Konflikte, soziale Ordnung und psychische Fähigkeiten den Stoff in eine Mischung aus Zeitreise, Planetary Romance und mythologischem Epos verwandeln. Die Prämisse wirkt zunächst wie Fluchtfantasie, entwickelt sich aber zu einer komplexen Geschichte über Macht, Anpassung, Begabung und soziale Hierarchie.
May verband wissenschaftliche Motive mit Psi-Kräften, Genetik, Kulturkonflikten und einer starken seriellen Dramaturgie. Ihre späteren Galactic-Milieu-Romane erweitern die Zukunft, aus der die Exilanten stammen, und geben dem Ganzen einen größeren kosmischen Rahmen. Dadurch entsteht ein zusammenhängendes Universum, in dem menschliche Evolution nicht nur biologisch, sondern auch geistig und gesellschaftlich gedacht wird.
Stilistisch ist Julian May näher an epischer Erzählung als an trockener Hard SF. Sie interessiert sich für Figuren mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, für politische Intrigen und für Kulturen, die zugleich fremd und märchenhaft wirken. Gerade diese Mischung macht ihre Romane für Leserinnen und Leser reizvoll, die zwischen Science Fiction und Fantasy unterwegs sind. Die Texte haben technologische Voraussetzungen, aber sie entfalten ihre Kraft oft über Mythos, Charakter und soziale Dynamik.
Für BuchKnall ist Julian May wichtig, weil sie zeigt, wie durchlässig die Grenzen zwischen SF und Fantasy sein können, ohne dass der Science-Fiction-Kern verschwindet. Zeitreise, Evolution, Psi-Begabung und außerirdische Gesellschaften werden bei ihr zu einem großen Romanraum. Wer nach epischer SF mit fremden Kulturen sucht, findet in ihrem Werk einen starken Zugang.
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Julian May. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/julian-may/ (abgerufen am 06.06.2026).
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