Astronomie

Lichtjahr

Die Strecke, die Licht in einem Jahr im Vakuum zurücklegt: rund 9,46 Billionen Kilometer.

Das Lichtjahr ist die gebräuchlichste Einheit für interstellare Entfernungen. Es beschreibt die Strecke, die elektromagnetische Strahlung in einem julianischen Jahr (365,25 Tage) im Vakuum zurücklegt. Bei einer Lichtgeschwindigkeit von 299.792,458 Kilometern pro Sekunde ergibt sich eine Distanz von etwa 9,461 Billionen Kilometern (9,461 × 10¹² km).

Das Lichtjahr ist keine Zeiteinheit, auch wenn der Name das nahelegt. Es ist eine reine Entfernungsangabe, die allerdings automatisch einen zeitlichen Aspekt transportiert: Wenn ein Stern 100 Lichtjahre entfernt ist, sehen wir ihn so, wie er vor 100 Jahren war. Das Beobachten ferner Objekte ist daher immer auch ein Blick in die Vergangenheit. Die am weitesten entfernten Galaxien, die Hubble und James Webb fotografiert haben, zeigen das Universum in einem Zustand von vor über 13 Milliarden Jahren.

In der professionellen Astronomie wird häufig das Parsec (3,26 Lichtjahre) bevorzugt, weil es direkt aus der Parallaxenmessung abgeleitet wird. In der populärwissenschaftlichen Kommunikation und in der Science-Fiction dominiert dagegen das Lichtjahr, weil es anschaulicher ist.

Die Entfernungen im All sind selbst in Lichtjahren gewaltig: Der nächste Stern (Proxima Centauri) liegt 4,24 Lichtjahre entfernt. Die Milchstraße hat einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren. Die Andromeda-Galaxie ist 2,5 Millionen Lichtjahre weit weg. In der Science-Fiction wird das Lichtjahr oft als Maß dafür verwendet, wie unmöglich oder wie ambitioniert interstellare Reisen sind. Hard-SF-Autoren wie Alastair Reynolds betonen die Unüberwindbarkeit dieser Distanzen, während Space-Opera-Autoren wie Iain Banks sie mit überlichtschnellen Antrieben elegant umschiffen.

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