Robert J. Sawyer
Kanadischer SciFi-Autor, der in zugänglichen Romanen große wissenschaftliche und philosophische Fragen mit menschlichen Geschichten verbindet.
Robert J. Sawyer gilt als Kanadas erfolgreichster Science-Fiction-Autor und hat über 25 Romane veröffentlicht, die wissenschaftliche Spekulation konsequent in den Dienst menschlicher Geschichten stellen. Sein Hugo-prämierter Roman Hominids (2002) eröffnet die Neanderthal-Parallax-Trilogie, in der ein Neandertaler aus einer Parallelwelt in unsere Realität gelangt und beide Gesellschaften mit den Stärken und Schwächen des jeweils anderen konfrontiert werden.
Flashforward (1999), die Grundlage für die gleichnamige Fernsehserie, fragt, was geschehen würde, wenn die gesamte Menschheit gleichzeitig einen Blick auf ihre eigene Zukunft erhaschen könnte. Die WWW-Trilogie erkundet die Entstehung von Bewusstsein im World Wide Web. Sawyer schreibt bewusst zugänglich: Seine Romane sind spannend erzählt, klar strukturiert und verzichten auf experimentelle Erzähltechniken.
Dennoch behandeln sie komplexe Themen wie Quantenbewusstsein, die Natur der Identität und das Verhältnis von Determinismus und freiem Willen. Calculating God konfrontiert einen atheistischen Paläontologen mit einem Alien, das wissenschaftliche Beweise für die Existenz eines Schöpfers präsentiert. Mindscan erforscht die ethischen Implikationen, wenn das eigene Bewusstsein auf einen künstlichen Körper übertragen wird.
Sawyer hat den Hugo, den Nebula und den John W. Campbell Memorial Award gewonnen. In Kanada ist er eine öffentliche Figur, die regelmäßig in Medien über Wissenschaft und Zukunftstechnologie spricht. Seine Werke eignen sich hervorragend als Einstieg für Leser, die intellektuell stimulierende Science-Fiction suchen, aber von experimentelleren Autoren abgeschreckt werden.
Sawyer gehört zu einer sehr kleinen Gruppe von Autoren, die alle drei bedeutenden internationalen SF-Auszeichnungen gewonnen haben: den Nebula Award 1995 für The Terminal Experiment (ursprünglich als Hobson's Choice in Analog erschienen, über eine Maschine, die ein den Körper verlassendes Bewusstseinsmuster nachweist), den Hugo Award 2003 für Hominids und den John W. Campbell Memorial Award 2006 für Mindscan. Zusätzlich hält er mit inzwischen 16 gewonnenen Aurora Awards, dem kanadischen Pendant zum Hugo, den Rekord unter allen SF-Autorinnen und Autoren des Landes. Sein Debütroman Golden Fleece (1989) gewann bereits den ersten dieser Auroras.
Sawyers erzählerisches Prinzip ist es, ein einziges großes wissenschaftliches oder philosophisches Was-wäre-wenn so herunterzubrechen, dass es sich wie ein Gespräch mit einem klugen Freund liest, nicht wie ein Fachvortrag. Diese Zugänglichkeit, kombiniert mit echter wissenschaftlicher Neugier, hat ihm eine Leserschaft erschlossen, die sich sonst selten an Science-Fiction herantraut, und ihm gleichzeitig den Respekt der Fachcommunity gesichert.
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Robert J. Sawyer. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/robert-sawyer/ (abgerufen am 12.07.2026).
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