Simulationsargument
Nick Bostroms philosophisches Argument, dass wir mit signifikanter Wahrscheinlichkeit in einer Computersimulation leben.
Das Simulationsargument wurde 2003 von dem Oxforder Philosophen Nick Bostrom formuliert. Es ist kein Beweis dafür, dass wir in einer Simulation leben, sondern ein logisches Trilemma: Mindestens eine der folgenden drei Aussagen muss wahr sein.
Erstens: Fast alle Zivilisationen auf unserem Entwicklungsniveau sterben aus, bevor sie die technologische Reife erreichen, Bewusstseins-Simulationen zu erstellen. Zweitens: Zivilisationen, die diese Reife erreichen, haben kein Interesse daran, Ahnen-Simulationen zu betreiben. Drittens: Wir leben fast sicher in einer Simulation.
Das Argument funktioniert so: Wenn eine fortgeschrittene Zivilisation Simulationen mit bewussten Wesen erstellen kann und will, dann wird sie vermutlich sehr viele davon erstellen (die Rechenleistung einer postbiologischen Zivilisation wäre enorm). Die Zahl simulierter Wesen würde die Zahl realer Wesen bei weitem übersteigen. Wenn wir zufällig ein bewusstes Wesen auswählen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es simuliert ist, dann viel größer als die Wahrscheinlichkeit, dass es real ist.
Das Argument setzt keine bestimmte Technologie voraus, nur dass Bewusstseins-Simulation prinzipiell möglich ist (Substratunabhängigkeit des Bewusstseins). Kritiker bestreiten genau diese Prämisse: Wenn Bewusstsein an biologische Gehirne gebunden ist, funktioniert das Argument nicht.
Elon Musk hat Bostroms Argument popularisiert und öffentlich die Wahrscheinlichkeit, dass wir in der Basis-Realität leben, auf eins zu einer Milliarde geschätzt. Die Physiker Silas Beane, Zohreh Davoudi und Martin Savage haben 2012 vorgeschlagen, nach Signaturen einer Simulation zu suchen: Wenn das Universum auf einem Gitter simuliert wird, sollten hochenergetische kosmische Strahlen eine Vorzugsrichtung zeigen.
Die Idee hat tiefe Wurzeln in der Science-Fiction: The Matrix (1999) ist die bekannteste Umsetzung. Philip K. Dicks gesamtes Werk kreist um die Frage, was real ist. Daniel F. Galouyes Simulacron-3 (1964) beschrieb das Konzept Jahrzehnte vor der Matrix.
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Simulationsargument. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/simulationsargument/ (abgerufen am 04.06.2026).