Simulationshypothese
Die Idee, dass unsere gesamte Realität eine Computersimulation sein könnte, betrieben von einer technologisch überlegenen Zivilisation.
Die Simulationshypothese wurde 2003 vom Philosophen Nick Bostrom in einem viel diskutierten Paper formalisiert. Sein Argument ist ein Trilemma: Entweder sterben fast alle Zivilisationen aus, bevor sie die nötige Rechenleistung erreichen, oder fortgeschrittene Zivilisationen haben kein Interesse an Simulationen, oder wir leben sehr wahrscheinlich selbst in einer Simulation. Die Logik dahinter: Wenn auch nur eine Zivilisation solche Simulationen durchführt, übersteigt die Zahl der simulierten Wesen die der realen um ein Vielfaches.
Die Science Fiction hat die Idee allerdings deutlich früher durchgespielt. Philip K. Dick fragte sich sein ganzes literarisches Leben lang, ob die Realität echt ist (Time Out of Joint, 1959; Ubik, 1969). The Matrix (1999) brachte das Konzept in den Mainstream: Die gesamte wahrgenommene Welt ist eine neurale Simulation, betrieben von Maschinen, die Menschen als Energiequelle nutzen.
Greg Egans Permutation City (1994) geht am weitesten: Egan beschreibt eine Simulation, die so komplex wird, dass sie ihre eigene Physik entwickelt und sich von der Hardware löst, auf der sie läuft. Daniel F. Galouyes Simulacron-3 (1964), verfilmt als Welt am Draht von Rainer Werner Fassbinder (1973), zeigte das Konzept der verschachtelten Simulation: Eine Welt in einer Welt in einer Welt.
Elon Musk hat 2016 öffentlich gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass wir in der Basisrealität leben, liege bei eins zu einer Milliarde. Physiker wie Sabine Hossenfelder halten dagegen, dass die Hypothese nicht falsifizierbar und damit keine Wissenschaft sei. Die Science Fiction ist in dieser Hinsicht ehrlicher: Sie fragt nicht ob die Simulation real ist, sondern was es für die Figuren bedeutet, wenn sie es herausfinden.
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