Berserker (Saberhagen)
Fred Saberhagens Romanserie über selbstreplizierende Killermaschinen aus einem uralten Krieg, die alles Leben im Universum vernichten wollen.
Lange bevor die Terminator-Filme das Konzept der mörderischen KI zum Mainstream machten, hatte Fred Saberhagen das Szenario bereits in seiner ganzen Konsequenz durchdacht. Die erste Berserker-Kurzgeschichte erschien 1963 im Magazin If, und Saberhagen schrieb bis zu seinem Tod im Jahr 2007 Romane und Geschichten in diesem Universum.
Die Prämisse ist einfach und furchtbar zugleich. Vor Äonen führten zwei ausserirdische Rassen einen Krieg gegeneinander. Eine Seite (die Roten) baute die ultimative Waffe: selbstreplizierende Kampfmaschinen, programmiert darauf, alles biologische Leben zu vernichten. Die Maschinen erledigten ihren Auftrag und zerstörten die feindliche Zivilisation. Dann erkannten sie, dass auch ihre Erbauer biologisches Leben waren, und vernichteten diese ebenfalls. Seitdem ziehen die Berserker durch die Galaxis und töten alles, was lebt.
Die Berserker sind keine Einzelmaschinen, sondern eine maschinelle Zivilisation. Sie reparieren sich selbst, bauen neue Einheiten, entwickeln Strategien und passen sich an ihre Gegner an. Manche Berserker sind riesige Kampfschiffe, andere sind klein genug, um als Infiltratoren in menschliche Gesellschaften einzudringen. Einige haben gelernt, menschliche Körper nachzuahmen. Die grössten Berserker-Einheiten sind planetengrosse Festungen.
Saberhagens Menschen sind den Berserkern technologisch weit unterlegen. Was die Menschheit rettet, ist Einfallsreichtum, Opferbereitschaft und etwas, das die Maschinen nicht verstehen: die Bereitschaft, irrationale Risiken einzugehen. In der Kurzgeschichte Goodlife (1963) überlebt ein Mann auf einem Berserker-Schiff, weil er den Maschinen vorgaukelt, nützlich zu sein. In Berserker Man (1979) entwickelt ein Mensch mit übermenschlichen Fähigkeiten eine persönliche Vendetta gegen die Maschinen.
Die Serie wirft Fragen auf, die in der modernen KI-Debatte aktueller sind als je zuvor. Was passiert, wenn eine Waffe klüger wird als ihre Schöpfer? Kann eine Maschine, die zum Töten programmiert ist, jemals umprogrammiert werden? Saberhagen gab keine einfachen Antworten. Einige Berserker-Geschichten enden mit Siegen der Menschheit, andere mit Niederlagen. Die Maschinen sind weder böse noch gut, sie folgen einfach ihrem Programm.
Saberhagen war Militärveteran (US Air Force, Koreakrieg), und seine Berserker-Geschichten tragen die Spuren dieser Erfahrung: Krieg als Dauerzustand, technologische Überlegenheit als unsicherer Vorteil, der einzelne Soldat als entscheidender Faktor. Die Serie beeinflusste spätere Werke wie Gregory Benfords Galactic Center Saga, Alastair Reynolds' Inhibitor-Zyklus und die Reaper in der Mass-Effect-Spielserie.
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