Hubble-Teleskop
Weltraumteleskop, das seit 1990 das Universum fotografiert.
Das Hubble Space Telescope startete am 24. April 1990 an Bord der Raumfähre Discovery in eine 547 Kilometer hohe Erdumlaufbahn. Es war das erste große Weltraumteleskop und sollte das Universum ohne die verzerrende Wirkung der Erdatmosphäre beobachten. Dann der Schock: Der 2,4 Meter große Hauptspiegel war falsch geschliffen worden. Die Abweichung betrug nur 2,2 Mikrometer, ein Fünfzigstel der Dicke eines menschlichen Haares, aber die Bilder waren unbrauchbar verschwommen.
Die Rettungsmission STS-61 im Dezember 1993 gehört zu den spektakulärsten Operationen der Raumfahrtgeschichte. In fünf Weltraumspaziergängen installierten Astronauten der Endeavour das Korrektursystem COSTAR, das mit zehn kleinen Spiegeln die Fehler des Hauptspiegels ausglich. Die ersten korrigierten Bilder übertrafen alle Erwartungen.
Zu Weihnachten 1995 richtete Hubble seine Kamera zehn Tage lang auf einen winzigen, scheinbar leeren Himmelsausschnitt im Sternbild Großer Bär. Das Ergebnis, das Hubble Deep Field, wurde zum Meilenstein der Astronomie: In einem Fleck, der am Himmel kleiner wirkt als ein Reiskorn auf Armlänge, erschienen fast 3.000 Galaxien, manche davon über 12 Milliarden Jahre alt. Diese Aufnahme bewies, dass das Universum selbst in seinen leersten Regionen voller Galaxien steckt.
Hubble lieferte Daten, die zur Entdeckung der beschleunigten Expansion des Universums beitrugen (Nobelpreis für Physik 2011 an Saul Perlmutter, Brian Schmidt und Adam Riess). Es fotografierte Protoplanetare Scheiben um junge Sterne, beobachtete die Kollision des Kometen Shoemaker-Levy 9 mit Jupiter 1994 und half, die Masse und Verteilung Dunkler Materie in Galaxienhaufen zu kartieren.
Nach über 35 Jahren im Orbit und fünf Wartungsmissionen durch Space-Shuttle-Crews funktioniert Hubble immer noch, obwohl Gyroskope und Elektronik zunehmend ausfallen. Das James Webb Space Telescope (gestartet 2021) ergänzt Hubble im Infrarotbereich, ersetzt es aber nicht: Hubble bleibt für ultraviolette und sichtbare Wellenlängen überlegen. Ein Nachfolger für Hubbles Fähigkeiten ist bisher nicht geplant.
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Hubble-Teleskop. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/hubble-teleskop/ (abgerufen am 17.06.2026).
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