ISRO
Die Indian Space Research Organisation hat mit Chandrayaan-3 die vierte erfolgreiche Mondlandung der Geschichte geschafft und mit Mangalyaan den Mars beim ersten Versuch erreicht. Indiens Raumfahrt zeichnet sich durch extreme Kosteneffizienz aus.
Die ISRO (Indian Space Research Organisation) wurde 1969 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Bengaluru. Der Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre liegt in Sriharikota an der Südostküste Indiens.
ISROs Markenzeichen ist Kosteneffizienz. Die Mars Orbiter Mission (Mangalyaan, 2013) kostete 74 Millionen Dollar, weniger als die Produktionskosten des Films Gravity. Indien erreichte den Mars beim ersten Versuch, als viertes Land der Geschichte. Chandrayaan-3 landete am 23. August 2023 erfolgreich am Südpol des Mondes, womit Indien nach den USA, der Sowjetunion und China das vierte Land mit einer erfolgreichen weichen Mondlandung wurde. Der Lander Vikram und der Rover Pragyan operierten 14 Tage auf der Mondoberfläche.
Die Trägersysteme: PSLV (Polar Satellite Launch Vehicle) ist Indiens Arbeitspferd mit über 50 erfolgreichen Starts. GSLV Mk III (umbenannt in LVM3) bringt bis zu 10 Tonnen in den niedrigen Erdorbit und startete Chandrayaan-3. Indiens SSLV (Small Satellite Launch Vehicle) bedient den Markt für kleine Satellitenstarts.
ISRO betreibt ein großes Erdbeobachtungsprogramm und eine eigene Satellitennavigation (NavIC, regionale Abdeckung für Südasien). Das Gaganyaan-Programm soll Indien zur vierten Nation mit eigenständiger bemannter Raumfahrt machen; der erste bemannte Flug ist für 2026 geplant.
Indien hat das Artemis-Abkommen 2023 unterzeichnet und kooperiert zunehmend mit der NASA, etwa bei der NISAR-Mission (Erdbeobachtungsradar) und geplanten gemeinsamen Aktivitäten auf der Mondoberfläche.
Die ISRO-Erfolge haben eine konkrete innenpolitische Dimension: Sie stärken Indiens Anspruch auf einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat und signalisieren technologische Eigenständigkeit gegenüber den alten Raumfahrtmächten. Chandrayaan-3 war deshalb nicht nur eine wissenschaftliche Leistung, sondern ein nationales Symbol. Dass Indien am Südpol landete, noch vor allen anderen, gab der Mission zusätzliche strategische Bedeutung, da dort Wassereis als Ressource für künftige Mondbasen vermutet wird.
Für die Science-Fiction hat Indien als aufstrebende Raumfahrtnation interessante Implikationen. Eine multipolare Raumfahrtzukunft, in der nicht nur USA, Russland und China, sondern auch Indien, Europa, Japan und die VAE eigenständig operieren, entspricht eher den Space-Opera-Universen der SF als dem Kalter-Krieg-Dualismus, den das Genre in den 1960ern beschrieben hat. ISROs Kosteneffizienz könnte auch für private Raumfahrtpartner aus dem globalen Süden modellhaft werden.
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