Raumfahrt

CNSA

Die China National Space Administration hat China in zwei Jahrzehnten zur dritten großen Raumfahrtnation gemacht: eigene Raumstation, Mondlandungen, Mars-Rover und ambitionierte Pläne für eine bemannte Mondlandung bis 2030.

CNSA
China News Service (CC BY 3.0)

Die CNSA (China National Space Administration) wurde 1993 gegründet und ist dem Staatsrat der Volksrepublik China unterstellt. Die eigentliche Durchführung der Programme liegt bei der CASC (China Aerospace Science and Technology Corporation), einem Staatskonzern mit über 170.000 Mitarbeitern.

Das chinesische Raumfahrtprogramm hat in bemerkenswert kurzer Zeit Meilensteine erreicht: Shenzhou 5 (2003, erster Chinese im All: Yang Liwei), Shenzhou 7 (2008, erster chinesischer Weltraumspaziergang), Chang'e 3 (2013, erste weiche Mondlandung seit Luna 24 im Jahr 1976), Chang'e 4 (2019, erste Landung auf der Mondrückseite, ein historisches Novum), Chang'e 5 (2020, Probenrückführung vom Mond), Tianwen-1 (2021, Orbiter, Lander und Rover Zhurong auf dem Mars).

Die Chinesische Raumstation Tiangong (Himmelspalast) ist seit 2022 im Vollbetrieb und permanent besetzt. Sie besteht aus dem Kernmodul Tianhe und den Labormodulen Wentian und Mengtian. Mit ca. 100 Tonnen Masse ist sie deutlich kleiner als die ISS (420 Tonnen), aber moderner konzipiert und vollständig in chinesischer Hand.

Geplante Projekte: Bemannte Mondlandung bis 2030 (Programm mit neuer Schwerlastrakete Langer Marsch 10), International Lunar Research Station (ILRS, gemeinsam mit Russland und weiteren Partnern, als Gegengewicht zum US-geführten Artemis-Programm), Xuntian-Weltraumteleskop (geplant für 2027, kann an Tiangong andocken).

China ist vom Artemis-Abkommen ausgeschlossen, da US-Gesetze (Wolf Amendment, 2011) die NASA daran hindern, bilateral mit China zusammenzuarbeiten. Das hat zur Bildung zweier konkurrierender Blöcke in der Raumfahrt geführt: Artemis (USA, ESA, Japan, Kanada, Australien) versus ILRS (China, Russland, Pakistan, weitere).