Roscosmos
Die russische Raumfahrtbehörde, Erbin des sowjetischen Weltraumprogramms. Roscosmos betreibt die Sojus-Raketenfamilie, das Segment der ISS und das Kosmodrom Baikonur. Nach dem Beginn des Ukrainekriegs 2022 ist die Zusammenarbeit mit westlichen Partnern weitgehend eingefroren.
Roscosmos (Gossudarstwennaja korporazija po kosmitscheskoj dejatelnosti) ist die staatliche Weltraumkorporation Russlands, 2015 in ihrer heutigen Form als Staatskonzern gegründet. Sie vereint die Raumfahrtbehörde und die Industrieunternehmen unter einem Dach.
Das Erbe ist gewaltig: Das sowjetische Weltraumprogramm schrieb zahllose Erstleistungen. Sputnik (1957, erster Satellit), Juri Gagarin (1961, erster Mensch im All), Walentina Tereschkowa (1963, erste Frau im All), Alexei Leonow (1965, erster Weltraumspaziergang), Saljut (1971, erste Raumstation), Mir (1986 bis 2001, Langzeit-Raumstation mit 15 Jahren Dauerbetrieb). Die Sojus-Rakete fliegt seit 1966 und ist mit über 1.900 Starts das zuverlässigste Trägersystem der Raumfahrtgeschichte.
Nach dem Ende des Space-Shuttle-Programms 2011 war Sojus neun Jahre lang das einzige Transportsystem zur ISS. NASA kaufte Sitzplätze auf Sojus-Kapseln für ca. 86 Millionen Dollar pro Astronaut. Erst mit SpaceX Crew Dragon (2020) endete diese Abhängigkeit.
Der Ukrainekrieg ab Februar 2022 hat die internationale Zusammenarbeit massiv beschädigt. Die ESA beendete die gemeinsame ExoMars-Mission (der russische Landelander Kasatschok wurde gestrichen). Russland drohte zeitweise mit dem Ausstieg aus der ISS, betreibt sein Segment aber weiterhin. Die Kooperation bei ISS-Besatzungen läuft auf operativer Ebene fort, während politische Spannungen den strategischen Dialog blockieren.
Roscosmos plant eine eigene Raumstation (ROSS, Russian Orbital Service Station) als ISS-Nachfolger, hat aber chronische Finanzierungsprobleme. Das Kosmodrom Wostotschny im Fernen Osten soll langfristig Baikonur (in Kasachstan gelegen, von Russland gepachtet) ersetzen.
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