Persönlichkeit

Steven Gould

US-amerikanischer Science-Fiction-Autor (geboren 1955), Schöpfer des Teleportations-Romans 'Jumper' und früherer Präsident der Autorenvereinigung SFWA.

Steven Charles Gould, geboren am 7. Februar 1955, ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor, der vor allem durch seinen Roman 'Jumper' (1992) bekannt wurde. Darin entdeckt der junge Davy, dass er sich teleportieren kann, also augenblicklich von einem Ort zum anderen wechseln kann, sobald er ihn klar genug vor sich sieht. Was bei anderen Autoren eine bloße Superkraft wäre, nutzt Gould als sehr menschliche Geschichte: Davy setzt seine Fähigkeit zunächst ein, um vor einem gewalttätigen Vater zu fliehen und sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen, bevor ihn größere Konflikte und schließlich staatliche Stellen einholen.

Gerade diese Bodenständigkeit hebt 'Jumper' aus der Masse vergleichbarer Stoffe heraus. Gould fragt konsequent, was Teleportation praktisch bedeuten würde, wie man sie missbrauchen, kontrollieren oder verstecken könnte. Das Buch wurde zu einem Klassiker der jugendnahen Science Fiction und nach sich mehrere Fortsetzungen, darunter 'Reflex' (2004) und später Romane, die Davys Welt erweitern. 1992 erschienen, gehört es zu den Werken, die das Subgenre der realistisch grundierten Superkraft-Erzählung mitgeprägt haben.

2008 wurde 'Jumper' unter der Regie von Doug Liman verfilmt. Der Kinofilm wich allerdings stark von der Vorlage ab und machte aus der intimen Coming-of-Age-Geschichte einen actionlastigen Blockbuster mit einem jahrhundertealten Konflikt zwischen Teleportierern und ihren Jägern. Gould selbst schrieb später Romane, die enger an die Filmversion anknüpfen, behielt in seinem eigentlichen Werk aber den nachdenklicheren Ton bei. Die Differenz zwischen Buch und Film ist ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich dieselbe Ausgangsidee ausfallen kann.

Neben dem Schreiben engagierte sich Gould stark in der Autorengemeinschaft. Von 2013 bis 2015 war er Präsident der Science Fiction and Fantasy Writers of America (SFWA), der wichtigsten Berufsvereinigung englischsprachiger Genreautoren. In diese Amtszeit fielen Debatten über die Modernisierung des Verbands, die Aufnahme von Selbstverlegern und Konflikte innerhalb der Szene. Gould gilt vielen Kollegen als jemand, der den Verband durch eine schwierige Übergangsphase geführt hat.

Für das Genre steht Gould für eine Spielart der Science Fiction, die mit einer einzigen, klar umrissenen phantastischen Prämisse arbeitet und sie dann konsequent und realistisch durchspielt. Seine Bücher fragen nicht nur, was möglich wäre, sondern auch, was es mit einem Menschen macht, plötzlich eine Fähigkeit zu besitzen, die alle Regeln des Alltags aushebelt. Damit gehört er zu den Autoren, die spekulative Ideen erden, statt sie als reines Spektakel zu inszenieren.

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Steven Gould. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/steven-gould/ (abgerufen am 07.06.2026).