Auszeichnung

Philip K. Dick Award

Amerikanischer SF-Preis für das beste Paperback Original des Jahres.

Der Philip K. Dick Award wird seit 1983 jährlich auf der Norwescon verliehen und zeichnet den besten Science-Fiction-Roman aus, der im Vorjahr als Paperback Original in den USA erschienen ist. Gestiftet wurde er von Thomas Disch, mit Unterstützung von David G. Hartwell und Charles N. Brown, und seit 2005 wird er zusätzlich vom Philip K. Dick Trust getragen.

Die Einschränkung auf Paperback Originals ist bewusst gewählt und verleiht dem Preis sein besonderes Profil: Er richtet den Blick auf Bücher, die ohne den Marketing-Apparat eines Hardcover-Releases erscheinen und deshalb leicht übersehen werden. Viele spätere Klassiker hatten ihren ersten Auftritt als günstige Taschenbuchausgabe, und genau diese Bücher soll der Preis sichtbar machen.

Der berühmteste Gewinner ist William Gibsons Neuromancer (1985), das Buch, das Cyberpunk als Genre begründete und danach auch Hugo und Nebula gewann. Weitere wichtige Preisträger sind Rudy Ruckers Software (1983, der allererste Gewinner), Richard K. Morgans Altered Carbon (2003) und Bethany Jacobs' These Burning Stars (2024). 2026 ging der Preis an M. R. Careys Outlaw Planet.

Neben dem Hauptpreis vergibt die Jury regelmäßig Special Citations für Bücher, die es knapp nicht auf den ersten Platz geschafft haben. Adrian Tchaikovskys Alien Clay erhielt 2025 eine solche Auszeichnung.

Das Profil des Philip K. Dick Awards hat sich über die Jahrzehnte deutlich verschoben. In den 1980er und 1990er Jahren dominierten Cyberpunk und Hard SF die Gewinnerliste. Ab den 2010er Jahren wurde das Spektrum breiter: Neue Stimmen aus der afrofuturistischen Tradition, queere SF und postkoloniale Perspektiven fanden Eingang in die Auszeichnung. Das spiegelt sowohl die Entwicklung des Genres als auch die bewussten Kursentscheidungen der Jury wider.

Für Leser auf der Suche nach unbekannten Titeln ist die PKD-Siegerliste ein verlässlicher Einstieg. Weil der Preis explizit auf Paperback Originals zielt, sind die Gewinner seltener die Bücher, die sowieso im Rampenlicht stehen. Viele PKD-Sieger haben Jahre gebraucht, bis sie die Aufmerksamkeit bekamen, die sie verdienen. Neuromancer ist das bekannteste Beispiel, aber er ist nicht der einzige.

Philip K. Dick selbst, dem der Preis gewidmet ist, hatte zu Lebzeiten vor allem Paperback-Ausgaben für die Genre-Pulp-Branche geschrieben und wurde von der Literaturkritik lange ignoriert. Dass der nach ihm benannte Preis genau jene Form des Veröffentlichens würdigt, die für ihn existenziell war, ist eine gelungene Geste der Reparation.

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Philip K. Dick Award. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/philip-k-dick-award/ (abgerufen am 06.06.2026).