Prometheus Award
Preis für libertäre Science Fiction, vergeben seit 1979.
Der Prometheus Award wird von der Libertarian Futurist Society (LFS) für Science Fiction vergeben, die Themen wie individuelle Freiheit, offene Gesellschaften und die Gefahren staatlicher Übergriffe behandelt. Gegründet wurde der Preis 1979 vom SF-Autor L. Neil Smith, der F. Paul Wilson für Wheels Within Wheels auszeichnete und ihm eine Goldmünze im damaligen Wert von 2.500 Dollar überreichte.
Nach einer kurzen Pause übernahm die 1982 gegründete Libertarian Futurist Society die Vergabe und führte zwei Kategorien ein: Best Novel für den besten Roman des Vorjahres und die Hall of Fame für Klassiker, die mindestens 20 Jahre alt sind. Die Hall of Fame ist bewusst breit angelegt und umfasst neben Romanen auch Filme, TV-Serien, Graphic Novels und sogar Liedtexte.
Der Preis ist in der SF-Community nicht unumstritten, weil er eine explizit politische Agenda verfolgt. Befürworter sehen darin eine notwendige Gegenposition zu den eher progressiv ausgerichteten Hugo- und Nebula-Preisen. Kritiker bemängeln, dass literarische Qualität manchmal hinter der politischen Botschaft zurücktritt.
Trotzdem hat der Prometheus Award über die Jahre Werke ausgezeichnet, die weit über libertäre Kreise hinaus gelesen werden: Vernor Vinges A Fire Upon the Deep, Neal Stephensons The System of the World, Cory Doctorows Little Brother und Terry Pratchetts Night Watch (Hall of Fame). Die Goldmünze als Trophäe ist bis heute geblieben, als Symbol für freien Handel und freies Denken.
Was den Prometheus Award von anderen Preisen mit expliziter Agenda unterscheidet, ist seine Ehrlichkeit. Er macht keinen Hehl daraus, welche Bücher er sucht. Das ist freier als die scheinbar neutralen Großpreise, die ebenfalls politische Präferenzen haben, sie aber nicht benennen. Libertäre SF hat eine eigene Tradition, von Robert A. Heinlein bis Neal Stephenson, und ein eigenes Publikum, das von anderen Preisgremien kaum bedient wird.
Die Hall of Fame ist das Herzstück. Bücher wie Heinleins The Moon is a Harsh Mistress (1966) oder Ursula K. Le Guins The Dispossessed (1974) wurden dort geehrt, und das zeigt eine bemerkenswerte Breite: Der Preis honoriert individualistisches Denken auch dann, wenn es linken oder anarchistischen Utopien entstammt. Le Guins anarchistisches Werk neben Heinleins Libertären-Klassiker, das ist eine Shortlist, die Schubladen aufbricht.
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Prometheus Award. In: BuchKnall, das Science-Fiction-Lexikon. URL: https://www.buchknall.com/glossar/prometheus-award/ (abgerufen am 06.06.2026).
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