Ringe, Bund und Forerunner
Halo erklärt seine Welt nebenbei, zwischen zwei Gefechten und in Funksprüchen. Wer nur spielt, kennt am Ende die Namen und nicht die Zusammenhänge. Auf dieser Seite steht beides an einem Stück. Die große Wendung des ersten Spiels lassen wir aus, die soll man selbst erleben.
Die Halo-Ringe
Ein Halo ist ein Bauwerk, keine natürliche Welt. Ein Ring von Tausenden Kilometern Durchmesser, der frei im All steht und sich dreht. Auf der Innenseite liegt eine Landschaft mit Ozeanen, Wäldern und Schluchten, und die Drehung erzeugt dort etwas, das sich wie Schwerkraft anfühlt. Wer auf der Oberfläche steht und nach oben schaut, sieht den Rest des Rings als Bogen über den Himmel laufen.
Gebaut haben die Ringe die Forerunner, eine Spezies, die seit rund hunderttausend Jahren verschwunden ist. Der Bund hält die Anlagen für heilig und glaubt, dass sie den Weg zu einer besseren Existenz öffnen. Was die Ringe wirklich tun, ist die Entdeckung, um die das erste Spiel gebaut ist.
Die Idee stammt nicht aus dem Nichts. Larry Niven hat sie 1970 mit seinem Roman Ringwelt populär gemacht, und die physikalische Grundüberlegung ist noch älter. Fachlich gehören solche Bauwerke zu den Megastrukturen, zusammen mit der Dyson-Sphäre, dem Bishop-Ring und dem O'Neill-Zylinder. Was Halo daraus macht, steht im Lexikon unter Halo-Ringe.
Der Master Chief und die Spartans
Der Master Chief heißt John-117. Die Nummer ist seine Kennung aus einem Militärprogramm namens Spartan-II. Dieses Programm entführte Kinder, ersetzte sie durch Klone und bildete die Entführten von klein auf zu Soldaten aus. Später kamen chirurgische Eingriffe hinzu, die nicht alle überlebten.
Gedacht war das Programm ursprünglich gegen Aufstände in den eigenen Kolonien. Erst als der Bund auftauchte, wurden die Spartans zur letzten Hoffnung. Diese Vorgeschichte erzählen die Spiele kaum, dafür der Roman Die Schlacht um Reach von Eric Nylund ausführlich.
Im Spiel sieht man das Gesicht des Chiefs nie. Das ist Absicht: Die Rüstung bleibt ein Helm mit goldenem Visier, in dem sich der Spieler selbst spiegelt. Mehr im Lexikoneintrag Master Chief.
Der Bund und seine Völker
Das Covenant, deutsch meist der Bund, ist ein Bündnis mehrerer Völker unter einer gemeinsamen Religion. Die Menschheit gilt darin als Beleidigung der Götter, deshalb der Vernichtungskrieg. Die Struktur ist streng hierarchisch, und genau daran zerbricht der Bund im Verlauf der Reihe.
Hochgewachsene Krieger mit gespaltenem Kiefer. Sie stellen im Bund lange die Offiziere und sind die einzigen Gegner, die man im Spiel wirklich fürchten lernt.
Kleine Fußsoldaten mit Atemmaske, weil sie andere Luft brauchen. Sie sind die Komik der Reihe und geraten in Panik, sobald ihr Anführer fällt.
Schmale, vogelartige Kämpfer mit Energieschild am Arm oder mit Scharfschützengewehr. Gefährlicher, als ihre Größe vermuten lässt.
Wandelnde Panzertürme, die in Wahrheit aus vielen wurmartigen Einzelwesen in einer Rüstung bestehen. Sie treten fast immer paarweise auf.
Massige, aggressive Kämpfer, die den Sangheili im Verlauf der Reihe den Rang ablaufen. Ihre Waffen sind grob und wirkungsvoll.
Die geistliche und politische Führung. Sie schweben auf Sesseln, kämpfen selbst nicht und treffen die Entscheidungen, die alles in Gang setzen.
Ausführlicher steht das im Lexikon unter Covenant. Zur Bewaffnung siehe Energieschwert.
Die Forerunner
Die Forerunner waren eine technologisch weit fortgeschrittene Spezies, die vor rund hunderttausend Jahren in der Galaxis herrschte. Sie hinterließen Anlagen, Waffen und die Ringe. Dann verschwanden sie, und niemand weiß zunächst, warum.
Der Bund gründet seinen Glauben auf diese Hinterlassenschaften und betrachtet die Forerunner als Götter. Dass die Menschheit in diesem Bild eine besondere Rolle spielt, ahnen die Priester nicht, und es ist einer der Gründe für den späteren Bruch im Bündnis.
Greg Bear hat die Vorgeschichte in drei Romanen ausgeschrieben, auf Deutsch als Blutsväter-Saga erschienen: Kryptum, Primordium und Silentium. Sie setzen einiges voraus und sind kein Einstieg, aber für die Lore die ergiebigste Quelle.
Die Flood
Die Flood ist ein Parasit. Sie befällt Körper, übernimmt sie und benutzt sie weiter, und alle befallenen Wesen sind über einen gemeinsamen Verstand verbunden. Sie wächst dabei so schnell, dass ein ganzer Planet in kurzer Zeit verloren ist.
Sie ist der Grund, warum die Ringe existieren. Mehr dazu verraten wir nicht, weil die Reihenfolge, in der man das erfährt, den Reiz des ersten Spiels ausmacht. Nur so viel: Der Moment, in dem die Flood zum ersten Mal auftaucht, gilt vielen als der beste Schreck der Reihe.
Cortana und die künstlichen Intelligenzen
Cortana ist die Begleiterin des Master Chiefs und wohnt in seinem Helm. Sie gehört zur Klasse der sogenannten Smart AI, einer besonders leistungsfähigen Bauart, die aus dem Muster eines menschlichen Gehirns entsteht. Solche KIs denken schneller als Menschen, entwickeln eine Persönlichkeit und haben ein Ablaufdatum.
Genau das ist der Kern ihrer Geschichte. Eine Smart AI hält etwa sieben Jahre durch, danach denkt sie sich buchstäblich zu Tode. Wie die Reihe dieses Problem behandelt, gehört zu ihren stärksten Erzählsträngen. Details im Lexikon unter Cortana und Künstliche Intelligenz.
Das UNSC
Das United Nations Space Command ist das Militär der Menschheit. Es untersteht einer irdischen Zentralregierung und verwaltet die Kolonien, oft mit harter Hand. Das Spartan-Programm entstand in dieser Behörde, ursprünglich als Antwort auf Aufstände in den äußeren Systemen.
Diese Vorgeschichte macht die Menschheit in Halo angenehm uneindeutig. Sie ist die Seite, für die man kämpft, und sie hat Kinder entführt, um Soldaten zu bekommen. Die Romane arbeiten diesen Widerspruch deutlicher aus als die Spiele.