Messier 70
Bild: ESA/Hubble & NASA
M70 ist ein kompakter Kugelsternhaufen im Sternbild Schütze, dessen Kern einen sogenannten Kernkollaps durchlaufen hat. Dadurch drängen sich in seinem Zentrum noch mehr Sterne zusammen als in einem durchschnittlichen Kugelsternhaufen. Etwa ein Fünftel der rund 150 Kugelsternhaufen der Milchstraße zeigt diesen Effekt.
Wo steht M70 am Himmel?
Das Sternbild Schütze gehört zum Sommerhimmel. In den Monaten Juni bis August steht es abends gut für die Beobachtung von M70. Von Deutschland aus erreicht M70 nur geringe Höhen über dem Südhorizont. Ein freier Blick nach Süden und klare Luft sind deshalb wichtiger als bei Objekten hoch am Himmel. Insgesamt sind im Sternbild Schütze 15 Objekte katalogisiert, neben M70 etwa M8 und M17.
So siehst du M70
M70 (9,1 mag) gehört in die Teleskopklasse; ohne Fernrohr bleibt es unsichtbar. Als Faustregel reicht unter dunklem Himmel bis etwa 6 mag das bloße Auge, bis etwa 9 mag ein Fernglas; schwächere Objekte brauchen ein Teleskop.
Wie weit ist M70 entfernt?
M70 ist rund 30.000 Lichtjahre entfernt. Bis zu Proxima Centauri, unserem nächsten Nachbarstern, sind es gut 4 Lichtjahre; M70 liegt also etwa 7.100-mal so weit weg. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Du siehst M70 deshalb so, wie es vor rund 30.000 Jahren aussah. Das war mitten in der letzten Eiszeit.
M70 im Messier-Katalog
Die Nummer 70 gehört zu den Ergänzungen, mit denen Charles Messier seine Liste bis 1781 auf 103 Objekte ausbaute. Charles Messier selbst notierte das Objekt im Jahr 1780, also vor mehr als 240 Jahren. Unter den 29 Kugelsternhaufen des Katalogs liegt es nach Helligkeit auf Platz 28.